Wie Schreiber sagte, sollen bei der nächsten Sitzung am 30. April die ersten Zeugenvernehmungen und Akteneinsichten beantragt werden.

Das 19-köpfige Gremium soll auf Initiative der Opposition mögliche Versäumnisse der Behörden und der schwarz-gelben Landesregierung im Zusammenhang mit der Zwickauer Terrorzelle untersuchen. Hintergrund ist die Mordserie der Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund". Die dreiköpfige Gruppe flog im November 2011 nach einem Banküberfall in Thüringen auf. Ihr werden zehn Morde bundesweit zur Last gelegt.

Der Ausschuss kann geheime Dokumente des sächsischen Verfassungsschutzes einsehen und Zeugen vernehmen. Weitere Rechtsterror-Ausschüsse gibt es im Bundestag und im Thüringer Landtag.

Seit Monaten umstritten ist in Sachsen die Beteiligung der rechtsextremen NPD, die laut Regularien mit einem Abgeordneten im Ausschuss vertreten ist.

Die Koalition aus CDU und FDP hat erhebliche Bedenken gegen die Beteiligung, weil das Gremium auch geheime Akten des Verfassungsschutzes einsehen kann. Linke, SPD und Grüne werfen der schwarz-gelben Landesregierung vor, den Beginn des Ausschusses um ein halbes Jahr verzögert zu haben, weil sie kein Interesse an einem dritten Untersuchungsausschuss habe.

"Nach dem Fehlstart geht es jetzt hoffentlich zügig und konstruktiv voran", sagte Ausschuss-Mitglied Sabine Friedel (SPD). Bislang habe die Landesregierung sich geweigert, zur Aufklärung beizutragen. Von nun an sei die Landesregierung rechtlich verpflichtet, die parlamentarischen Untersuchungen der Opposition zu unterstützen.

Schreiber erklärte, ihm sei an einer konstruktiven und sachlichen Zusammenarbeit gelegen. Für den Ausschuss kämen alle Zeugen infrage, die in Sachsen etwas mit Rechtsextremismus zu tun hätten. Die Aufklärungsarbeit stehe an erster Stelle.

Das Gremium tagt ein Mal im Monat. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2014 soll der Abschlussbericht auf dem Tisch liegen.