Zudem gebe es eine sehr aktive Szene sogenannter Freier Kräfte mit einem hohen Mobilisierungsgrad. Deren Aktivitäten hätten inzwischen erhebliche Ausmaße angenommen, "so dass man von einem großen starken Problem für die Stadt Leipzig sprechen muss". "Schule der Toleranz"Um gegenzusteuern, setzt die Stadt auf die Förderung vieler verschiedener Projekte. Angesetzt wird vor allem bei Kindern und Jugendlichen, etwa mit dem Projekt "Schule der Toleranz", das bereits im vierten Jahr läuft. "Wir betreiben Prävention über den riesengroßen Bereich der Demokratieerziehung", sagte Roman Schulz von der Bildungsagentur Leipzig. "Wir können ja nicht die Eltern erziehen, aber wir können versuchen, die nachwachsende Generation zu beeinflussen." Für differenzierte WegeSchulz sagte allerdings auch, dass Lehrer oft Schwierigkeiten hätten, Schüler mit rechtsextremen Einstellungen zu erkennen. Die gäben sich unauffällig, trügen nicht nicht mehr wie in den 90er-Jahren Springerstiefel, Jeans und Bomberjacke. Deshalb sei auch die Schulung von Lehrern wichtig. "Wir müssen versuchen, über viele differenzierte Wege diese Thematik in die Schulen hereinzutragen." Ursachen für extreme Tendenzen in weiten Teilen der Bevölkerung seien wirtschaftliche Aussichtslosigkeit, schwierige Elternhäuser und auch das Gefühl, politisch sowieso nicht mitwirken zu können, sagte Ordungsbürgermeister Rosenthal. Deshalb unterstütze die Stadt auch soziokulturelle Zentren, weil dort die Bürger die Möglichkeit hätten, sich einzumischen und mitzugestalten. dpa/mb