Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt gegen zwei Polizisten wegen Strafvereitelung im Amt, weil sie Ermittlungen gegen Jugendliche wegen rechtsex tremer Propaganda behindert haben sollen.

Das hat Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke in Potsdam bekannt gegeben. Ein Beamter, der gegenüber Kollegen von der "Überlegenheit der weißen Rasse" schwadronierte, soll versäumt haben, die Personalien von Skinheads aufzunehmen, die nach einem Fußballturnier rechte Parolen grölten. Gegen den Mann lief bereits zuvor ein Disziplinarverfahren, weil er sich in Halbe an einer rechten Demons tration beteiligte. Es endete mit einem Verweis, der aber noch nicht rechtskräftig ist. Eine Beamtin aus dem Führungsdienst derselben Inspektion soll mit einem Neonazi aus Mecklenburg-Vorpommern verheiratet sein. Der Mann habe auf einem Foto, das im Umfeld der Hochzeit entstand, mit einer Hakenkreuz-Armbinde posiert.

"Wir dulden keinerlei rechtsradikale Umtriebe in der Polizei", erklärte Mörke am Mittwoch. Erste Ergebnisse der Untersuchungsgruppe sollen Mitte September vorliegen. "Polizeibeamte, die sich rechtsextremen Ideen hingeben, haben in der Brandenburger Polizei nichts zu suchen", sagte er.

Die Landtagsfraktion der Linken kündigte am Mittwoch an, den Vorgang auf die Tagesordnung des Innenausschusses setzen zu wollen. Länder Seite 4