Die Kritik der Brandenburger Verfassungsschutz-Chefin Winfriede Schreiber am Umgang des FC Energie Cottbus mit rechtsextremen Fußball-Fans bekommt politische Unterstützung. Der SPD-Generalsekretär und Landtagsabgeordnete Klaus Ness hat dazu eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Darin erbittet er unter anderem Auskunft dazu, ob die Landesregierung das bisherige Handeln des FCE in Hinblick auf die Fan-Gruppe "Inferno" für zielgerichtet und ausreichend hält.

Die RUNDSCHAU hatte bereits im August 2012 ausführlich über die Verbindung des harten Kerns der Gruppe ins rechtsradikale Milieu berichtet. Bei Auswärtsspielen werden immer wieder Banner mit rechtsextremen Bezügen gezeigt. "Das bringt einen Imageschaden für das ganze Land", beklagt Ness. Energie müsse spätestens dann, wenn die Antwort der Landesregierung vorliege, "Farbe bekennen".

Der Verfassungsschutz rechnet mindestens 25 Inferno-Mitglieder der rechtsextremen Szene zu, darunter ein Mitglied der im Frühjahr 2012 verbotenen Neonazi-Struktur "Widerstand Südbrandenburg". Im Herbst gab es ein Gespräch des Verfassungsschutzes und der Polizei mit Vereinsvertretern. Seit Mitte Dezember liegt dem Verein auch eine Einschätzung der Polizei zu "Inferno" vor.

Anfang Januar hatte die Verfassungsschutz-Chefin dem FCE vorgeworfen, nicht konsequent genug gegen rechtsextreme Fans vorzugehen. Der Verein hatte das zurückgewiesen. Fragen der RUNDSCHAU zu "Inferno" lässt der Verein zurzeit unbeantwortet. Sprecher Lars Töffling kündigte eine Erklärung vor dem ersten Heimspiel der Rückrunde an.

Am Freitagnachmittag teilte der Verein dann mit, dass "anhand neuer Erkenntnisse der Ermittlungsbehörden" nun Hausverbote ausgesprochen worden seien. Gegen wie viele Personen sich diese richten, ließ der FCE ebenso offen wie den Grund dafür und ob es sich dabei um Anhänger von "Inferno" han delt.