In Block E hatten sich 150 schwarzgekleidete Personen versammelt. Sie skandierten rechte Parolen und zeigten den Hitlergruß.

Freese fand im Block E ein verändertes Publikum vor. "Dort waren etwa 150 schwarzgekleidete Personen im Block", sagt Freese. Das sei in dieser Ausprägung neu gewesen. "Als das Energielied gesungen wurde, zeigte einer den Hitlergruß, und ein Transparent mit "Juden" wurde hochgehalten." Zur Anstoß-Zeit zündeten bisher unbekannte Personen Pyrotechnik auf der Nordtribüne. "Während des Spiels skandierte die Gruppe in Block E "Zecken, Zigeuner, Juden". Die angeforderte Polizei wollte in der Halbzeit auf die Gruppe reagieren, jedoch wurden auch in der zweiten Hälfte wieder ähnliche Sprüche und ein "Sieg Heil" gerufen." Zudem hätten die Personen in der Halbzeit Sturmmasken aufgezogen.

Einige Dauerkartenbesitzer und Fans mit Kindern verließen daraufhin den Block und kehrten nicht zurück. Viele Stadionbesucher seien irritiert gewesen. "Die machen den Ruf unserer Stadt kaputt", hörte man vereinzelt von den Reihen.

Für Ulrich Freese ist das Verhalten der rechtsgerichteten Personen inakzeptabel: "Diese Leute zeigen, dass sie jederzeit den öffentlichen Raum besetzen können. Sie mischen sich unter das gewöhnliche Publikum. Das scheint Teil ihrer Strategie zu sein - sie diktieren und entscheiden, wo sie auftreten."

Der Bundestagsabgeordnete fordert jetzt ein klares Verhalten vom Verein. "Energie Cottbus ist gut beraten, sich nun ganz konsequent von den Vorfällen zu distanzieren", so Freese. Der Missbrauch von Sportveranstaltungen für das Kundtun solcher Botschaften müsse rigoros unterbunden werden. Eine Anfrage beim FC Energie Cottbus zur Bewertung der Vorfälle liegt vor.

Zeugen der Vorfälle werden gebeten, sich bei der Polizeidirektion Süd zu melden. Die kriminaltechnischen Ermittlungen wurden aufgenommen.