Dazu rieten gestern Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und die Vorsitzende des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, Heilgard Asmus. Die Organisationen gegen rechts kämen nicht als "Besserwisser", betonte Platzeck vor Journalisten in der Potsdamer Staatskanzlei. Zwar sei die Zivilgesellschaft wehrhafter geworden, es sei aber noch nicht gelungen, die Gefahr aus Brandenburg zu verbannen.
Platzeck und Asmus äußerten sich auch vor dem Hintergrund der jüngsten Zwischenfälle in Templin (Uckermark), wo seit Juli ein 55-Jähriger ermordet und ein 16 Jahre alter Jugendlicher schwer misshandelt worden waren. Die Tatverdächtigen gehören der rechten Szene an.
Platzeck und Asmus stimmten darin überein, dass gegenseitige Schuldzuweisungen in diesem Fall nicht weiterführten. Er sei froh, dass Templin mit dem für den 23. August geplanten Benefizkonzert in Gedenken an das Mordopfer ein Zeichen setzen wolle, sagte der SPD-Politiker. Die Kommune habe das Problem erkannt.
Asmus machte dem Regierungschef ihren Antrittsbesuch. Im April war die 45-jährige evangelische Generalsuperintendentin an die Spitze des Aktionsbündnisses gewählt worden. Das seit 1997 bestehende Bündnis setzt sich für die Entwicklung einer zivilen und demokratischen Gesellschaft im Land ein. Zu seinen mehr als 50 Mitgliedern gehören Kirchen, Gewerkschaften, Verbände, Initiativen, Kommunen, Kammern oder auch die Bundeswehr.
Die Lage vor den Kommunalwahlen am 28. September bezeichnete Asmus mit Blick auf rechtsextreme Parteien als "kompliziert". Wo NPD und DVU stark aufträten, werde sich ihnen das Aktionsbündnis entgegenstellen. (dpa/mb) Weitere Informationen zum Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus unter: www.lr-online.de/netz-gegen-rechts