Zwar haben sich Ministerpräsident Matthias Platzeck und Fraktionschef Günter Baaske (beide SPD) bereits auf die Innenpolitikerin und Abgeordnete Britta Stark als Chefin der obersten Finanzkontrollbehörde festgelegt. Und auch CDU und PDS haben bereits signalisiert, dass sie Stark wählen würden.
Doch erinnert Fritsch daran, dass nach Artikel 33 des Grundgesetzes jeder Deutsche "nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amt" habe. Die Öffentlichkeit dafür sei mit der "spontanen Pressekonferenz", auf der Stark als Kandidatin vorgestellt wurde, hergestellt worden, so der Präsident. Stark nannte er einen "interessanten Personalvorschlag mit langjähriger Verwaltungserfahrung." Aus Erfahrungen könne man jedoch davon ausgehen, dass es "weitere Interessenten und Bewerbungen geben wird." Die Vorschläge und Bewerbungen für diese Stelle, so beschreibt Fritsch die geltenden Regularien, werden dann dem zuständigen Haushaltskontrollausschuss zugeleitet, "der dem Parlament nach Anhörungen einen Wahlvorschlag unterbreitet." Fritsch hatte sich für die ü bliche Ausschreibung der Lebenszeit-Stelle eingesetzt, die zwar nicht vorgeschrieben ist, aber bislang auch im Landtag für solche Führungsfunktionen des Rechnungshofes praktiziert wurde. Ein Grund dafür war auch, dass durch Ausschreibungen auch die Erfolgsaussichten von Konkurrentenklagen verringert werden können. Mit Erfolg, wie bei der Wahl von der Aues zur Rechnungshofpräsidentin 1998, die zunächst Konkurrenten mit einer Klage auf den Plan gerufen hatte.