Von der Aue war von 1998 bis 2006 Rechnungshof-Präsidentin. Gleichzeitig hielt Hülsmann der Staatsanwaltschaft vor, die in der Anzeige "konstruierten" Sachverhalte unkritisch übernommen zu haben. Für das Revisionsverfahren vor der 5. Strafkammer sind sieben Verhandlungstage anberaumt. Hülsmann werden unkorrekte Abrechnungen von Dienstreisen vorgeworfen, wodurch er rund 2500 Euro zu viel kassiert haben soll. Den Freispruch des Potsdamer Landgerichts vom November 2005 hatte der Bundesgerichtshof im September 2006 aufgehoben. Belastende Indizien seien nur unzureichend gewürdigt worden, hieß es. Der Rechnungshof-Vize ist seit April 2003 von seinem Amt suspendiert. Im vergangenen Jahr hatte das Oberlandesgericht die Kürzung seiner Dienstbezüge um 30 Prozent ab September 2007 bestätigt. Von der Vorsitzenden Richterin nach seinem aktuellen Einkommen gefragt, nannte der im grauen Anzug erschienene Jurist rund 5100 Euro brutto pro Monat. Seit nunmehr gut sechs Jahren beschäftigen die Betrugsvorwürfe gegen den gebürtigen Bonner Hülsmann Politik und Medien. Als sie im Herbst 2002 bekannt wurden, führten sie zu einer nachhaltigen Lähmung der obersten Kontrollbehörde des Landes, die wegen der Suspendierung des Angeklagten bis heute nicht völlig überwunden ist. Gleich zum Auftakt des neuen Verfahrens wurde wieder deutlich, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen von der Aue und Hülsmann gewesen sein muss. Die 59-jährige frühere Rechnungshofpräsidentin habe ihn bewusst nicht mehr zu Beratungen herangezogen und ihn nicht einmal während ihres Urlaubs als Vertreter akzeptiert, berichtete der Angeklagte in seiner 111 Seiten umfassenden Einlassung.