Sehr kritisch sieht die Behörde den Trend, dass mehr und mehr kommunale Aufgaben ausgelagert und von kommunalen Unternehmen oder Dritten erfüllt werden. Auch bei dem am Donnerstag in Dresden vorgelegten Prüfbericht der Behörde für 2013 finden sich zahlreiche Beispiele, wie in Gemeinden, Städten oder Landkreisen durch mangelhafte Planung und fehlende Kontrolle Geld zum Fenster herausgeschmissen wird.

Chemnitz gerät in die Kritik, weil der Neubau der Regionalleitstelle des Rettungswesens in einem Überschwemmungsgebiet errichtet wurde und der Kaufpreis für das Grundstück zu hoch war. Ob das auf 11,9 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben am Ende teurer wird, steht noch nicht fest. Beim Bau der Pablo-Neruda-Grundschule in Leipzig sehen die Prüfer Planungsmängel: Die Schule sei zu klein, obwohl sich ein höherer Bedarf wegen steigender Schülerzahlen bereits angedeutet habe. Zudem habe eine fehlerhafte Einschätzung vorhandener Altlasten und der Grundwassersituation zu Bauverzug und erheblichen Mehrkosten geführt. Die Stadt erwiderte, dass die Bevölkerungsentwicklung weitaus dynamischer verlief als vorausgesagt. Eine flächendeckende Beprobung des Baugrundes sei unverhältnismäßig teuer und im allgemeinen nicht üblich, hieß es.

Kritisch sieht der Rechnungshof das Gebaren einer ostsächsischen Kommune, die über eine Unternehmensbeteiligung Shiitake-Pilze züchtet und nun deren europaweiten Vertrieb anstrebt. Ross und Reiter wollte die Behörde hier nicht nennen.

Die Einnahmen der Kommunen bleiben trotz positiver Entwicklung zu gering für die erforderlichen Investitionen, lautet ein weiteres Fazit. Die Investitionsquote erreichte mit 11,2 Prozent (2012: 13 Prozent) einen Tiefstand. "Ein drohender Investitionsstau darf nicht auf kommende Generationen übertragen werden", sagte Binus.

Anders als im Jahr zuvor erzielten die Kommunen 2013 einen Überschuss von rund 232 Millionen Euro (2012: -117 Millionen Euro). Auch die Bemühungen der Kommunen um Schuldenabbau und Haushaltskonsolidierung wurden gelobt. Dennoch würden die Handlungsspielräume geringer, hieß es. "Die Kommunen leiden unter chronischer Unterfinanzierung. Gerade im sozialen und kulturellen Bereich fehlt es vielfach an einer angemessenen Finanzausstattung", kommentierte der Landtagsabgeordnete André Schollbach (Linke) den Bericht. Problematisch seien vor allem die Schattenhaushalte: In ihrer Not würden viele Städte immer neue Schulden in kommunale Unternehmen auslagern. Auf diesen Umstand hatten die Rechnungsprüfer schon 2013 hingewiesen. Zu Recht dränge der Rechnungshof auf mehr Transparenz und Kontrolle bei den kommunalen Unternehmen, sagte Eva Jähnigen (Grüne).