Die CDU sei der klare Wahlsieger. "Aber jetzt haben Linkspartei, SPD und Grüne gemeinsame Sache gemacht", erklärte er in der "Leipziger Volkszeitung". Die Regierung werde es schwer haben.

Die Wahl zeigt nach Auffassung von Sachsen-Anhalts Linke-Chefin Birke Bull auch Optionen für Sachsen-Anhalt. "Die neue Landesregierung hat Bedeutung über Thüringen hinaus und zeigt neue politische Perspektiven - auch für Sachsen-Anhalt - auf", so Bull.

"Ich verbinde mit der Wahl auch, dass das Spektakel, das da stattgefunden hat, jetzt ein Ende findet", sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi an die Adresse des SPD-Koalitionspartners im Bund, CDU/CSU. "Die CDU ist hoffentlich ein guter Verlierer."

Mit der Wahl des Linke-Politikers Ramelow zum Ministerpräsidenten beginne "eine neue Zeitrechnung in der politischen Landschaft Deutschlands", sagte CSU-Chef Horst Seehofer. "Ich habe keinen Zweifel, wenn sich auf Bundesebene die Möglichkeit ergäbe für die SPD, mit den Linken eine Bundesregierung zu bilden, dann würde sie das tun."

Die Grünen-Vorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir haben dem neuen thüringischen Ministerpräsidenten am Freitag zur Wahl gratuliert. Nun gelte es, "durch gute Regierungspolitik auch die Menschen zu überzeugen, die der rot-rot-grünen Koalition heute noch mit Skepsis und Sorgen gegenüberstehen", heißt es in dem Schreiben an Bodo Ramelow.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat Bodo Ramelow herzliche Glückwünsche übermittelt. Er hieß den Politiker im Kreise der Länderchefinnen und -chefs willkommen, teilte die Staatskanzlei mit. Woidke erinnerte daran, dass Ramelow sein Amt in einer Zeit wichtiger Weichenstellungen für die Zukunft Deutschlands übernimmt. "Das gilt für das Thema Energiewende ebenso wie für die Herausforderungen des demografischen Wandels", hieß es in der Mitteilung.