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Razzia bei Chemnitzer Rechtsradikalen

Chemnitz/Dresden. Gut ein Jahr nach dem Verbot einer rechtsextremistischen Gruppierung in Sachsen ist das Innenministerium erneut gegen die Neonazi-Szene eingeschritten. Diesmal ist eine Gruppierung aus Chemnitz betroffen. Christine Keilholz

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hat die rechtsradikale Vereinigung "Nationale Sozialisten Chemnitz" verboten. Am Freitag nahmen 120 Beamte die Wohnungen der 14 Mitglieder und das Vereinsheim auseinander. Die Gruppe hatte Protestaktionen gegen das Asylbewerberheim in Chemnitz organisiert und dabei massive Hetze verbreitet.

"Es ist wichtig, den Feinden der Demokratie die Grenzen zu zeigen", sagte Minister Ulbig nach der Razzia. Am frühen Morgen stürmten 120 Beamte die Wohnungen der 14 Vereinsmitglieder sowie deren Treffpunkt in der Markersdorfer Straße. Durchsucht wurde auch eine Wohnung in Hessen. An dem Großeinsatz waren neben dem Operativen Abwehrzentrum (OAZ) und der Chemnitzer Polizei auch das Landeskriminalamt und Kollegen aus Hessen beteiligt. Sie beschlagnahmten neben Computern, Filmen und Videos auch die Barmittel des Vereins. Gefunden wurden zudem CDs, Bücher und verschiedenste Propaganda-Artikel. Daraus verspricht man sich Schlüsse über die Finanzen der Gruppierung und über die Kontakte zu anderen Organisationen. Der Vorwurf: Die NSC wollten laut Verfassungsschutz "einen Staat wieder errichten, der im Wesen dem historischen Nationalsozialismus entspricht und die Volksgemeinschaft zu schützen hat" .

Mit den NSC verbietet Sachsen die vierte rechtsradikale Gruppe seit 2001. Vor einem Jahr nahm das OAZ die "Nationalen Sozialisten Döbeln" hoch, davor die Vereinigung "Sturm 34" und die "Skinheads Sächsische Schweiz". Sachsen Seite 4