Nach zwei Explosionen in einer Chemiefabrik in Tschechien sind dunkle Rauchwolken über das Erzgebirge gezogen. Mehrere Bürger hätten sich bereits über die Wolken erkundigt, sagte eine Sprecherin des sächsische Umweltamts. Zuvor sei die Behörde vom zuständigen Umweltzentrum im tschechischen Most über den Unfall informiert worden.

Unweit von Most, in Litvinov, war am Vormittag ein Chemiewerk in Brand geraten. Mindestens vier Feuerwehrleute kollabierten in der Hitze und mussten ärztlich behandelt werden. Ein Arbeiter erlitt bei der Explosion eine Trommelfellverletzung. Augenzeugen berichteten von einem großen Flammenball über dem Werksgelände, gefolgt von dicken, schwarzen Rauchschwaden.

Nach ersten Erkenntnissen hatte sich brennbares Propen entzündet, nachdem ein Kühlkreislauf ausgefallen war. Zu dem Unfall kam es in einer Anlage, in der Grundstoffe für die Kunststoffherstellung produziert werden. Wie die Stadtverwaltung Most mitteilte, bestehe aber keine Gefahr für die Bevölkerung.

Beim Landesumwelt wird nun verstärkt auf die Luftmesswerte im Grenzgebiet geachtet, insbesondere an der nächst liegenden Station Schwartenberg. Bisher gebe es aber keine Auffälligkeiten. Angesichts der hohen Temperaturen könnten sich im Laufe des Tages jedoch unangenehme Gerüche entwickeln.