Auf die vorderen Plätze der Landesliste - die für die SPD entscheidend ist - hat der Wirtschaftsminister mit seinem Vorschlag vor allem Promis gesetzt: Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (Dresden), Fraktionschef Martin Dulig (Dresden), Generalsekretär Dirk Panter (Leipzig) und die Ex-Landrätin aus dem Leipziger Land, Petra Köpping. Der Lausitzer Vize-Regierungschef Jurk soll wie schon 2004 Spitzenkandidat werden, während Bundesminister Wolfgang Tiefensee Platz 1 für die Bundestagswahl im September bekommt.Aus Ostsachsen und der Lausitz steht außer Jurk auch der Gewerkschafter aus dem Kreisverband Bautzen, Stefan Brangs, mit einem sicheren Platz 9 auf der Landesliste. Für den Bundestag kandidiert erneut Wolfgang Gunkel. Die SPD-Hochburg Leipzig ist neben Panter und Köpping mit Juso-Chef Holger Mann prominent vertreten.Die Entscheidungen über die Wahlvorschläge trifft allerdings erst ein Parteitag am Samstag in Oschatz. Dabei werde es "die eine oder andere Gegenkandidatur geben", erwartet General Panter - und die SPD könnte auf einen Generationskonflikt zusteuern. Altgediente Abgeordnete wie die Leipziger Innenpolitikerin Margit Weihnert und der Vogtländer Enrico Bräunig sind erst auf die hinteren Plätze 16 und 17 gesetzt, die Freibergerin Simone Raatz wechselt sogar gleich in den Bundestag. Auch das umstrittene Dresdner Schwergewicht Karl Nolle - der nach Ansicht der CDU-Spitze lieber heute als morgen aus der Koalition scheiden sollte - steht etwas schamhaft auf Platz 14. Doch trotz der zu erwartenden Rangeleien um manche Platzierung hofft Jurk für sich auf Zustimmungswerte um die 89 Prozent.Ebenso mutige Ansagen stehen derweil im Vorschlag für ein Wahlprogramm, das die Sozialdemokraten gleich "Regierungsprogramm" getauft haben. Kitas sollen für Kinder ab drei Jahren kostenfrei sein, der Betreuerschlüssel von 1:13 Kindern auf 1:7 fast verdoppelt werden, Gemeinschaftsschulen die Regel sein und Studiengebühren verboten bleiben.Beginnen solle der Parteitag mit einem "Paukenschlag", erläutert Panter. Die einst in Ungnade gefallene Ex-Parteichefin Constanze Krehl werde den Konvent eröffnen, als "Zeichen der neuen Einigkeit".