Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hofft nach zahlreichen Pannen nun auf eine Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg im Jahr 2015. Einen Termin könne man zwar noch nicht nennen, schrieb Ramsauer in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“ („Bams“). „Aber ich traue es dem neuen Flughafenchef Hartmut Mehdorn zu, dass er eine Eröffnung 2015 schafft.“

Der Ex-Bahnchef war Anfang März überraschend zum neuen Chef des Berliner Pannen-Flughafens ernannt worden. Um solche Bau-Miseren zukünftig zu vermeiden, plant Ramsauer eigenen Angaben zufolge vom kommenden Monat an eine „Reformkommission Bau von Großprojekten“. Motto sei: „Erst planen und kalkulieren, dann bauen“.

Auch Mehdorn selbst geht die Aufgabe BER-Fertigstellung optimistisch an. Die Tageszeitung „B.Z.“ veröffentlichte am Samstag einen Brief, den der neue Chef zu seinem Dienstantritt an die Mitarbeiter der Flughafengesellschaft schickte. „Gemeinsam müssen wir nun eine der größten, spannendsten und kompliziertesten Herausforderungen meistern, die es derzeit in Deutschland gibt“, schrieb er dort.

Unterdessen möchte die Mehrheit der Berliner den Flughafen Tegel am liebsten behalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der „Bild“-Zeitung (Samstag). Demnach plädieren 60 Prozent der Hauptstädter trotz des geplanten Großflughafens für den Erhalt des alten Airports im Westen der Stadt. Das Meinungsforschungsinstitut „Insa Consulere“ befragte im Auftrag der Zeitung 1050 Berliner. Anfang der Woche hatte Mehdorn einen längeren Betrieb von Tegel ins Gespräch gebracht und damit eine Debatte ausgelöst.

Ein Sprecher des Bundesverkehrministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag, dass zudem eine Art Luftverkehrsprognose für ganz Deutschland geplant sei. Für Berlin-Brandenburg hatte die Flughafengesellschaft eine solche Prognose bereits vor einigen Monaten in Auftrag gegeben. Diese Ergebnisse werden im Frühjahr erwartet und sollten nach Angaben des Sprechers in die bundesweite Gesamtübersicht mit einfließen. Über die Prognose hatte zuvor der „Focus“ berichtet.