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| 02:40 Uhr

RAF-Terroristen unter Raubverdacht

Stuhr. Am helllichten Tag überfallen Maskierte mit vorgehaltener Panzerfaust und Schnellfeuergewehren Geldtransporter, müssen aber ohne Beute flüchten. Nun stellt sich heraus: Es waren wohl untergetauchte RAF-Terroristen. dpa/bl

Nach Jahrzehnten im Untergrund haben drei gesuchte Linksterroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) frische Spuren hinterlassen: Höchstwahrscheinlich hat das Trio im Juni vergangenen Jahres und zuletzt Ende Dezember schwer bewaffnet zwei Geldtransporter in Niedersachsen überfallen. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Verden am gestrigen Dienstag mit. Nach den missglückten Überfällen in Stuhr bei Bremen und in Wolfsburg fanden Ermittler die genetischen Spuren der seit langer Zeit untergetauchten Terroristen Daniela Klette (57), Ernst-Volker Wilhelm Staub (61) und Burkhard Garweg (47).

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erklärte, sie sehe "keinen terroristischen Bezug" der Überfälle. Die Ermittler in Verden und auch der RAF-Experte Butz Peters gehen vielmehr davon aus, dass die Terroristen mit der Beute ihr Leben im Untergrund finanzieren wollten.

Alle drei waren laut Bundesanwaltschaft unter anderem 1993 an dem Sprengstoffanschlag auf den Gefängnis-Neubau in Weiterstadt in Hessen beteiligt. Auch damals wurden ihre DNA-Spuren gefunden.

Laut NDR wurden Spuren der drei RAF-Mitglieder auch nach einem Überfall 1999 in Duisburg auf einen Geldtransporter entdeckt, der nach ähnlichem Muster verlief. Damals erbeuteten sie gut eine Million D-Mark. Peters, der mehrere Bücher über die RAF verfasst hat, sagte, das Geld sei wohl mittlerweile aufgebraucht.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die RAF der Inbegriff von Terror und Mord. 1998 erklärte sie sich für aufgelöst. Ihrem "bewaffneten Kampf" gegen das "imperialistische System" fielen Dutzende zum Opfer, darunter hohe Repräsentanten von Wirtschaft und Politik. Einige Mitglieder stehen bis heute auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts (BKA).