Im südlichen Vogtlandkreis hätten 166 von 664 untersuchten Schwarzwildproben den Grenzwert überschritten, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Das entspricht einer Quote von 25 Prozent. Untersucht wurden die Wildschweinbestände in dieser Region vom 1. September 2013 bis zum 31. August 2014. Eine Probe gilt als positiv, wenn sie den Wert von 600 Becquerel pro Kilogramm überschreitet.

Damit sind fast 30 Jahre nach dem Atomunfall von Tschernobyl die Auswirkungen teilweise noch zu spüren. Wildschweine sind laut Umweltministerium stärker betroffen als andere Wildtiere, weil sie im Waldboden wühlen, wo sich das Cäsium besonders lange hält.

Nachdem Stichproben auch bei Wildschweinen aus Nachbarkreisen radioaktive Belastung gezeigt hatten, wurden die Untersuchungen auf weitere Teile des Vogtlands, des Erzgebirges und des Landkreises Zwickau ausgedehnt. Insgesamt waren 36 von 325 Proben belastet - gut elf Prozent. Die Untersuchungen sollen fortgesetzt werden.

Laut Umweltministerium sind Jäger im südlichen Vogtlandkreis seit September 2012 verpflichtet, das Fleisch erlegter Wildschweine auf Radioaktivität untersuchen zu lassen. Dadurch gelange kein radioaktiv belastetes Wildschweinefleisch in den Handel, für die Verbraucher bestünden daher keine Risiken, hieß es.