Ziel des Transports war der rund 20 Kilometer entfernte Dresdner Flughafen, von wo aus das radioaktive Material gegen acht Uhr per Flugzeug nach Russland befördert wurde. Die russische Transportmaschine landete am späten Vormittag in der Nähe von Moskau. Anschließend wurde das Material in die Atomanlage Lutsch bei Podolsk gebracht.
Die Lieferung bestand zu zwei Dritteln aus hochangereichertem und zu einem Drittel aus schwach angereichertem Uran. Das Material wurde auf der Straße von Rossendorf zum Flughafen befördert. Kurz nachdem die 48 Fahrzeuge des Konvois samt den 18 Spezialbehältern für das Kernmaterial aus dem Forschungszentrum gerollt waren, kam es zu einer etwa zehnminütigen Unterbrechung. Neun Atomgegner hatten vier Fahrzeuge in einem Kreisverkehr geparkt und die Transportstrecke blockiert. Der Konvoi änderte die geplante Route und umfuhr die Stelle. Wegen Nötigungsverdachts nahm die Polizei Ermittlungen gegen die neun Personen im Alter von 20 bis 56 Jahren auf.
Zur Sicherung der Fahrt waren 320 Landes- und Bundespolizisten im Einsatz. Sachsen bezahlt für den Transport etwa eine Million Euro. Das Atommaterial war zu DDR-Zeiten aus der damaligen Sowjetunion nach Rossendorf gelangt. Der 1957 in Betrieb genommene Forschungsreaktor wurde 1991 abgeschaltet. Ein internationales Abkommen sieht die Rückführung radioaktiven Materials aus der früheren Sowjetunion in das heutige Russland vor.
Der Lufttransport war umstritten. Umweltschützer warnten vor hohen Risiken. Das Bundesamt für Strahlenschutz, das seine Genehmigung für den Transport gegeben hatte, versicherte, auch bei einem Absturz der Maschine würde keine Gefahr bestehen, dass radioaktive Strahlung freigesetzt werden könnte. Sachsen war für die Rückführung des Urans eingetreten, weil bei einer weiteren Lagerung in Rossendorf die Sicherheitstechnik hätte aufwändig erneuert werden müssen.