Erstmals in der Geschichte der Formel 1 entscheidet die Zahl der Siege darüber, wer Fahrer-Weltmeister wird (die RUNDSCHAU berichtete). Weisen zwei oder mehr Piloten am Ende der Saison die gleiche Anzahl an Grand-Prix-Gewinnen auf, zählen die insgesamt geholten Punkte. Ansonsten hat es vor allem im Motorenbereich tiefe Einschnitte gegeben. Jeder Pilot darf in dieser Saison höchstens acht Triebwerke benutzen. Das bedeutet, dass mindestens ein Achtzylinder drei statt zwei Grand-Prix-Wochenenden halten muss. Die maximale Drehzahl liegt bei 18 000 statt bisher 19 000 Umdrehungen pro Minute. Entscheidend zur Kostensenkung trägt auch die umfassende Kürzung bei den Testfahrten bei. Während der Saison gilt - abgesehen von acht Aerodynamiktests auf Flugplätzen - ein komplettes Verbot. Ansonsten darf jeder Rennstall an maximal 20 Tagen nur noch 15 000 Kilometer üben. Der ausufernde Einsatz von bis zu zwei Windkanälen, die teilweise rund um die Uhr benutzt wurden, ist ebenfalls eingeschränkt worden. Diesen Sparmaßnahmen stehen allerdings Investitionen in Millionenhöhe für das neue Kers entgegen. Die kinetische Energie-Rückgewinnung soll der erste große Schritt zu einer "grünen" Formel 1 sein. Allerdings ist der Einsatz des Hybridantriebs vorerst freiwillig und viele Teams haben enorme Probleme mit der Technik. Befürworter ist nur BMW, das sich von Kers Synergieeffekte für die Serienproduktion verspricht. Durch die Speicherung von maximal 400 Kilojoule Energie darf ein Fahrer 6,666 Sekunden lang maximal 82 PS pro Runde zusätzlich aktivieren. Auch optisch haben die Reformen revolutionäre Auswirkungen: Der Frontflügel explodiert von 140 auf 180 Zentimeter und deckt damit die gesamte Breite ab. Begrüßt wird dagegen die Rückkehr zu den rillenlosen Slicks und damit dem klassischen Grand-Prix-Gummi.dpa/tus