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| 02:41 Uhr

Radikal und gewaltorientiert

Cottbus. Die Zahl der Extremisten in Brandenburg wächst in alarmierender Weise. Das ist der Kern des Brandenburger Verfassungsschutzberichtes 2016, den Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Freitag in Potsdam vorgestellt hat. Simone Wendler

Sowohl die Zahl der Rechts- und Linksextremisten als auch die Zahl islamistischer Extremisten sei gestiegen. Das entspricht den Beobachtungen der sächsischen Verfassungsschützer, die ihren jüngsten Bericht im April vorgestellt hatten.

Im Zuge der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 habe sich die rechtsradikale Szene in Brandenburg deutlich radikalisiert, die Linksextremisten darauf mit wachsender Gewalt reagiert, so Brandenburgs Innenminister. Die politisch motivierte Gewalt von rechts erreichte mit 167 Taten einen neuen Höhepunkt seit 1993. Dem stehen 53 linksextreme Gewalttaten gegenüber, der höchste jemals festgestellte Wert in Brandenburg. Schröter spricht von einer "gefährlichen Eskalationsspirale".

Die Verfassungsschützer warnen besonders vor einer zunehmenden rechtsextremistischen Dynamik im Raum Cottbus. Die dortige Szene, in der sich Neonazis, Rocker, Kampfsportler, Hooligans und Hassmusiker bündeln, sei "hochgradig gewaltorientiert", so Schröter. Die aggressivsten Neonazis sind weiterhin im Raum Spremberg anzutreffen.

Insgesamt wurden 2016 in Brandenburg 1390 Rechtsextremisten gezählt, 160 mehr als im Vorjahr.

Unter den 500 Linksextremen ist der Anteil der gewaltbereiten Autonomen gewachsen.

Von 100 Islamisten im Land gelten rund zehn als "Gefährder".

Themen des Tages Seite 3