Wer das ausprobiert, hat selbst mit einigermaßen trainierten Oberschenkelmuskeln schon nach kurzer Zeit Beine wie Blei - und erkennt: Sport im Wasser kann anspruchsvoll, sehr intensiv und fordernd sein. Ein Überblick.

Schwimmende Fitness-Matte. Man stelle sich eine stabile, luftgefüllte Fitness-Matte vor, die auf dem Wasser liegt. Darauf lässt sich von Yoga- und Pilates-Übungen bis zu Elementen aus dem Crossfit fast alles ausführen, was auch an Land geht - nur, dass der Untergrund ziemlich wackelig ist.

Aqua Cycling. In immer mehr Pools werden Kurse auf speziellen Fahrrad-Ergometern angeboten, die im Nichtschwimmerbereich eines Schwimmbades stehen. Idealerweise ist das Wasser dort etwas tiefer als 1,30 Meter. Es sollte nicht zu kalt sein: 28 bis 30 Grad sind optimal. Während Cycling an Land vor allem die Ausdauer trainiert, wird es im brusttiefen Wasser mit Kraftübungen kombiniert.

Intensive Intervalle im Wasser. In den Kursräumen der Fitnessstudios hat es sich längst etabliert: hochintensives Training, bei dem sich kurze Intervalle mit maximaler Belastung abwechseln mit Phasen, die für eine vollständige Regeneration zu kurz sind. So wird der Körper richtig gefordert. Unter Wasser wechseln sich Teilnehmer eines High Intensity Intervall Trainings zum Beispiel auf einem weich bespannten Trampolin und Fahrrad-Ergometern ab. "Wasser hat einen 14-mal größeren Widerstand als Luft", erklärt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Unter Wasser Trampolin zu springen fühlt sich deshalb in etwa so an, wie man sich Bankdrücken mit den Füßen vorstellt.

Joggen im Tiefen. Was an Land fit hält, tut es unter Wasser erst recht. Beim Aqua-Jogging laufen die Teilnehmer ausgerüstet mit Auftriebsgürteln in unterschiedlichem Tempo durchs tiefe Wasser. Solche Kurse werden auch vom Deutschen Schwimmverband (DSV) angeboten, sagt Wolfgang Lehmann, Referent für Gesundheitssport beim DSV. Und weil sie nachweislich helfen, gesund zu bleiben, beteiligen sich die Gesetzlichen Krankenkassen an den Kurskosten. Mit Aqua-Jogging kann jeder anfangen - vom stark Übergewichtigen bis zu Menschen, die zum Beispiel eine erfolgreiche Gelenkoperation hinter sich haben.

Klassisches Aqua-Fitness. Ebenfalls als Gesundheitssport anerkannt sind Aqua-Fitness-Kurse. Lehmann bezeichnet sie als Weiterentwicklung der Wassergymnastik. "Aqua Fitness bedeutet nicht einfach einen Gymnastikkurs ins Schwimmbad zu verlegen", stellt Lehmann klar. "Das Wasser wird ganz bewusst als Trainingsgerät eingesetzt."

Aqua-Zumba. Lateinamerikanische Klänge, ein anständiger Hüftschwung, forderndes Ausdauertraining: Das sind die Zutaten, die Zumba zu einer Erfolgsgeschichte gemacht haben. Die Erfinder wollten auch ein wenig Urlaubsfeeling in die Studios bringen. Also bot es sich an, Zumba im Pool anzubieten. "Überall, wo Wasser ist, sollte man Zumba tanzen", findet Jaromir Cremers, der unter anderem in städtischen Schwimmbädern Zumba-Kurse anbietet.