Rote Prozent-Zeichen oder das Wort "Sale" springen einem derzeit fast an jedem Ladenfenster entgegen. Denn zum Sommerschluss purzeln in der Lausitz wieder die Preise für knappe Röcke und Bademode.

"Bis zu 70 Prozent gibt es bei uns aktuell im Summer Sale auf die Sommerware", sagt Christine Rödiger, Geschäftsleitung Galeria Kaufhof Cottbus. Der Grund: Die Lager müssen leer werden. "Wir brauchen den Platz für die neuen Herbstkollektionen", so Christine Rödiger.

Auch in Zeiten ganzjähriger Rabattaktionen spricht der Sale die Schnäppchenjäger noch an. "Der Summer Sale bringt uns viele Kunden", sagt Christine Rödiger. Mit dem bisherigen Verkauf sei sie zufrieden. Noch bis Mitte August können Shoppingfreudige den Schlussverkauf nutzen. "Danach werden die Lager auch wirklich leer sein", schätzt die Geschäftsleiterin ein. "Bereits jetzt stellen wir Schritt für Schritt auf die Herbstware um."

Im Lausitz Center in Hoyerswerda fand bereits im Juli ein zweiwöchiger Sonderverkauf statt. "Aber auch jetzt verkaufen viele Geschäfte für Bekleidung und Schuhe noch stark reduzierte Waren", sagt Dieter Henkel. Generell seien die Händler mit den bisherigen Verkaufszahlen zufrieden. "Der Sonderverkauf hat sehr gut funktioniert", so der Centermanager. Auch in Hoyerswerda soll die Rabattaktion für T-Shirts, Kleider, Bikini und Co. noch bis Mitte August laufen.

In Senftenberg wurde ebenfalls erst kürzlich zum Nacht-Shopping mit Sommerfest in das Schlossparkcenter und in die Stadt eingeladen. "Das war eine sehr gut besuchte Veranstaltung", lässt Centermanager Karlheinz Vehlen wissen. Individuell gestalte sich der Sommerschlussverkauf im Center.

Für 14 Tage sind in Unternehmen mit saisonalen Waren Rabatte in unterschiedlicher Höhe zu haben. Spannend bleibt es im Center über den SSV hinaus, lässt Vehlen außerdem wissen, und erzählt von einer stabilen Situation mit Blick auf die Auslastung. Auch wenn es einen einheitlichen Sommerschlussverkauf streng genommen nicht mehr gibt, bestätigt Christine Minkley vom Handelsverband Berlin-Brandenburg: "Seit zwei Wochen machen fast alle Branchen beim Sommerschlussverkauf mit." Selbst in Bereich Bau, Garten und Möbel lassen sich Schnäppchen machen. "Diese Branchen nehmen den Schwung aus dem SSV mit, um ihre Restposten loszuwerden", sagt die Regionalbeauftragte für Süd- und Ostbrandenburg.

Auch viele Onlineanbieter würden den Sommerschlussverkauf nutzen und mit Rabatten locken. "Der Schlussverkauf ist dabei terminlich nach hinten offen", sagt Christine Minkley.

Gerade in Brandenburg mache dies auch Sinn. "Im August laufen hier noch die Sommerferien, und speziell im Urlaub ist man entspannt und die Lust zum Einkaufen ist höher", erklärt die Branchenexpertin. Weiterhin betont sie: "Durch den Wegfall der gesetzlichen Regelungen zum Schlussverkauf können aufmerksame Kunden aber auch das gesamte Jahr hindurch Schnäppchen abgreifen."

Zum Thema:
Streng genommen gibt es keinen einheitlichen Sommerschlussverkauf mehr. 2004 fiel die Regelung im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Zuvor durfte der Handel nur zweimal im Jahr die Lager räumen und Ware mit Rabatten anbieten: im Januar/Februar zum Winterschlussverkauf und im Juli/August zum Sommerschlussverkauf. Seit dieser Änderung dürfen Läden theoretisch jederzeit Schlussverkäufe anbieten.