. Diese Zahl ist für Ulrich Noack (CDU), Amtsdirektor von Burg im Spreewald, ein Indiz für die erfolgreiche Tourismusentwicklung. Nur sieben Prozent beträgt die Arbeitslosenquote im Spreewald-Kurort. Jeder vierte Einwohner arbeitet im Fremdenverkehrsgewerbe. Mit 40 Prozent Bettenauslastung im Winter liegt Burg über dem Landesdurchschnitt.

„Sie werden es nicht bereuen, heute hier einen Tag zu verbringen“, konnte Noack deshalb selbstbewusst Brandenburgs Wirtschaftsminister begrüßen. Der kündigte an, dass die Förderung im Tourismus künftig stärker an die Verbesserung der Angebote geknüpft sein wird. In Burg trifft er damit auf offene Ohren. Der Spreewaldort gilt als einer der Musterknaben der Branche.

Die Eröffnung der Spreewaldtherme 2005 und viele neue Angebote ließen die Übernachtungszahlen auch im Winterhalbjahr kräftig in die Höhe schießen. „Stressbewältigung, Wellness, natürlich abschalten“, so beschreibt Julia Kahl die Ausrichtung des Ortes. Neben der Therme sind Salzgrotte, Klangmeditation, Mummelkahnfahrt und Bewirtung mit regionaler Küche nur einige Angebote, mit denen Burg punktet.

Vertrauen in Standort

Auch an diesem fast noch sonnigen Wintertag drehen sich in der Spreewald-Gemeinde Baukräne. Nicht nur das Thermen-Hotel wird errichtet, auch Pensionen und kleine Hotels erweitern. „Wenn die Unternehmen Vertrauen in den Standort haben, dann haben wir etwas richtig gemacht“, sagt Amtsdirektor Ulrich Noack.

Seit eineinhalb Jahren geöffnet ist das barrierefreie Hotel „Louisenhof“, die erste Station des Wirtschaftsministers an diesem Tag. Mit einem Fahrstuhl in jedem Appartmenthaus und rollstuhlgerechter Sauna zieht es neue Kunden in die Region.

Burg beteiligt sich auch an der Kampagne der Tourismus-Marketing-Brandenburg (TMB) GmbH „Winterliches Brandenburg“. Nicht nur mit günstigen Preisen, sondern auch durch Angebotspakete kurbelt diese Aktion seit Jahren den Wintertourismus in Brandenburg an.

Einig sind sich Amtsdirektor Noack und der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Spreewald, Peter Stephan, dass der Spreewald für jeden Geldbeutel erschwinglich sein soll. Dafür seien sehr verschiedene Angebotspakete nützlich. „Davon profitieren auch kleine Anbieter, die sonst gerade im Winter leer ausgingen“, sagt Noack.

Förderbedingung verbessern

Wirtschaftsminister Ralf Christoffers, der schon nach drei Stunden zurück nach Potsdam und deshalb auf die Glühweinkahnfahrt verzichten musste, bekam nur wenig Wünsche mit auf den Weg. Einer davon war, die Mindestsumme für förderfähige Investitionen zu senken.

Gerade weil der Spreewaldtourismus kleinteilig mit steigender Qualität wachsen will, sei das nötig, unterstützt TMB-Geschäftsführer Dieter Hütte, diese Forderung. „Mit einer auf 60 000 Euro abgesenkten förderfähigen Investitionssumme wäre vielen Unternehmen geholfen.“ Christoffers deutete an, dass sich da etwas bewegen könnte.