Ob der Ausbau der berühmten Metro oder die Eingliederung eines riesigen neuen Gebiets - der 55-Jährige gilt als loyaler Technokrat, der diese Projekte ohne laute Töne umsetzt. "Sobjanin kann das", lobte Putin unlängst.

Zuvor hatte Sobjanin für die Kremlpartei Geeintes Russland hinter den Kulissen die Strippen gezogen. Putins treuer Gefolgsmann gilt aber auch als blass und menschenscheu - als "sehr erfahren und ruhig" beschreibt ihn der Präsident selbst. "Ich mag solche Menschen."

Kritiker werfen Sobjanin vor allem vor, als Sibirier keine rechte Ahnung von dem Leben der pulsierenden Megametropole zu haben, die er seit Oktober 2010 leitet. Er lebe lange genug in der größten Stadt Europas und kenne deren Probleme gut, entgegnet der Familienvater auf derlei Vorhaltungen.

Die Karriere des Bürgermeisters ist eng mit Putin verwoben: Der derzeitige Präsident holte Sobjanin im Jahr 2005 als Leiter der Kremlverwaltung nach Moskau. Später organisierte Sobjanin für Putins Nachfolger Medwedew den "Wahlkampf". Als Vizeministerpräsident war er danach wieder in Putins Nähe.

Seit der Entlassung seines exzentrischen und skandalumwitterten Vorgängers Juri Luschkow nach Korruptionsberichten ist wieder etwas Ruhe im Rathaus eingekehrt.

Am 21. Juni 1958 im sibirischen Gebiet Tjumen geboren, arbeitete Sobjanin zunächst als Schlosser und Werkmeister in einem Rohrwalzwerk am Ural. Nachdem der promovierte Jurist jahrelang Parlamentspräsident im Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen in Nordsibirien war, wurde er im Jahr 2001 Gouverneur seines ölreichen Heimatgebiets Tjumen. In einem Interview gab Sobjanin als eines seiner Hobbys die Jagd an. Mit einer doppelläufigen Flinte in der Hand lasse sich emotionaler Druck gut abbauen.