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Putin inspiziert Sapad-Manöver

Der russische Präsident Wladimir Putin (M), der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu (l) und der Generalstabschef der russischen Streitkräfte Waleri Gerassimow (r) beobachten am 18.09.2017 in der Nähe von St. Petersburg (Russland) das umstrittene Großmanöver „Sapad“.
Der russische Präsident Wladimir Putin (M), der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu (l) und der Generalstabschef der russischen Streitkräfte Waleri Gerassimow (r) beobachten am 18.09.2017 in der Nähe von St. Petersburg (Russland) das umstrittene Großmanöver „Sapad“. FOTO: Mikhail Klimentyev (POOL SPUTNIK KREMLIN/AP)
St. Petersburg. Der russische Präsident und Oberbefehlshaber Wladimir Putin hat am Montag das international umstrittene Großmanöver "Sapad" inspiziert. Die USA und die baltischen Staaten sehen darin eine Bedrohung. Zurecht? dpa/bob

Gemeinsam mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow besuchte Putin am Montag nach Kremlangaben einen Truppenübungsplatz in der Nähe von St. Petersburg. Russische und weißrussische Soldaten üben bei dem Manöver noch bis Mittwoch die Abwehr eines angenommenen Angriffs der Nato.

Die Nato-Mitglieder im Baltikum sind deshalb besorgt, die Nato-Zentrale in Brüssel hält Russland mangelnde Transparenz vor: Es würden mehr als die angekündigten 12 700 Soldaten eingesetzt. Litauen warf Russland obendrein die Verletzung seines Luftraums während des Manövers vor. Den Angaben zufolge hatten am Samstagabend zwei Transportflugzeuge vom Typ Iljuschin IL-76 den Luftraum verletzt und sich dort zwei Minuten ohne Erlaubnis aufgehalten.

Im Rahmen des Manövers feuerten russische Truppen im Süden bei Astrachan eine nachgerüstete Rakete des Typs Iskander-M ab, die ihr Ziel 480 Kilometer weiter auf einem Übungsplatz in Kasachstan traf. Die Iskander-Raketen können mit Atomsprengköpfen bestückt werden. Russland hat diese Waffen auch in der Ostsee-Exklave Kaliningrad stationiert.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko kündigte für Mittwoch eine Inspektion der Übung an, wie sein Pressedienst mitteilte. Ursprünglich war geplant gewesen, dass Lukaschenko ebenfalls am Montag das Manöver besucht.

Die USA sind wegen des Manövers alarmiert. Die New York Times hat kürzlich einen Bericht veröffentlicht, in dem Sicherheitsexperten davon ausgehen, dass bis zu 100 000 Soldaten an dem Manöver teilnehmen könnten. "Es gibt die große Sorge, dass diese Truppen Weißrussland nicht wieder verlassen werden. Und das ist keine Paranoia", wird etwa General Tony Thomas, Kommandierer der US Spezial-Operationen, zitiert.