Wenn Nadine Schulz aus Häsen (Oberhavel) in ihrer Küche Haferflocken, Äpfel und Erdnussbutter zu einem Plätzchenteig verrührt, wird sie dabei ganz genau von ihren Bobtails Chanel und Alinghi zu ihrer Rechten und Linken sowie Rauhhaardackel Hunter auf dem Küchenstuhl beobachtet. Durch eine Fernsehsendung kam die Hundehalterin auf die Idee, ihre Tiere lieber mit Selbstgebackenem zu belohnen als mit teuren, industriell hergestellten Leckerlis. "Immer mehr Menschen legen Wert auf eine gesunde Ernährung. Warum soll das nicht auch für Hunde möglich sein?", fragt die Leckerli-Produzentin, die nur reine Naturprodukte in Lebensmittelqualität verarbeitet. Zucker, tierische Nebenerzeugnisse und Konservierungsstoffe kommen ihr hingegen nicht in die Rührschüssel. Die meisten Kekse halten sich daher auch nur wenige Wochen, es sei denn, man friert sie ein.
Seit fast einem Jahr versorgt die 28 Jahre alte Nadine Schulz nicht nur ihre drei Lieblinge, sondern auch viele andere Vierbeiner aus Berlin und Brandenburg mit ganz besonderen Leckerlis. Gemeinsam mit ihrer Cousine, einer Bäckerin, hat sie 13 verschiedene Plätzchensorten kreiert. Sie tragen Namen wie Erdnuss-Apfel-Hütte, Käse-Happen, Bananen-Trüffel, Puten-Röschen oder Leber-Pralinen und sind liebevoll mit Plätzchenformen ausgestochen worden.
Damit auch die Hunde in Form bleiben, empfiehlt die Plätzchenbäckerin, die Kekse nur als Belohnung zu verteilen. Als besonders leichte Kost für die warme Jahreszeit und die schlanke Linie bieten sich Karottis an, eine Kombination aus Vollkorn- und Maismehl, Haferflocken und Mohrrüben.
Auf die Idee, Möhren zu verarbeiten, brachten Nadine Schulz ihre Hunde Chanel und Alinghi selbst. "Sie lieben Möhren", sagt die Frau, die mit Familie und Hunden unter einem Dach lebt. Hunter hingegen schmeckte die Kaffeesahne offenbar sehr, die er eines Tages aus dem Döschen schleckte. "Warum eigentlich nicht auch Kaffeesahne?", fragte sich Nadine Schulz. Und wieder war eine neue Kreation geboren: der Kaffeesahne-Igel.
Ob nun Karotti oder Kaffeesahne-Igel - alle Kekse wurden zuvor von den drei Vierbeinern im Hause Schulz, das die Bäckerin jetzt "Chanels Knusperhaus" nennt, getestet. "Was die Hunde nicht mögen, verkaufe ich auch nicht", sagt Nadine Schulz, die auch schon Erdbeerkekse buk, aber damit nicht die Geschmacksnerven ihrer tierischen Vorkoster traf. Noch arbeitet die junge Frau in ihrem Beruf als Altenpflegerin. Langfristig will sie von ihrem Service für Hunde leben können. Kontakt: 0170 1852 174