Biologisch gibt es eigentlich nur eine einzige Todesursache: Das Herz hört auf zu schlagen, die Atmung setzt aus, dann tritt der Hirntod ein. Was aber ist der Auslöser für diese Kettenreaktion? Darüber gibt die jährliche Todesursachenstatistik Auskunft. Auf Platz eins: Herz-/Kreislauferkrankungen. Zweithäufigster Grund: Krebs. In diesem Jahr aber rückt eine Krankheit in den Fokus, die auf den ersten Blick kaum jemand für tödlich hält: Demenz.

Sie gehört zu einer Gruppe von Todesursachen, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden unter dem Sammelbegriff "Psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen" zusammenfasst. Die Zunahme ist enorm: 2013 zählten die Statistiker in dieser Kategorie 16,9 Prozent mehr Todesfälle als 2012. Zuletzt waren es 36 117 Menschen. "In 80 Prozent dieser Sterbefälle war eine Demenzerkrankung die Todesursache", erklärt Destatis-Fachmann Torsten Schelhase. Wer psychisch krank ist, trage nicht nur ein höheres Risiko, körperlich zu erkranken, so Prof. Andreas Reif vom Uni-Klinikum Frankfurt. Auch das Selbstmordrisiko ist massiv erhöht: "Bei 90 Prozent der Suizide weiß man, dass vorher eine psychische Störung bestand." 10 076 Menschen setzten laut Todesursachenstatistik im Jahr 2013 ihrem Leben bewusst ein Ende - Männer fast dreimal so oft wie Frauen.