Die Staatsanwaltschaft wirft Rebecca K. vor, sie habe sich das Hakenkreuz an der Hüfte selbst zugefügt und nur vorgegeben, dass es Rechtsextremisten getan hätten. Bis heute wurden weder mögliche Täter noch Zeugen des Zwischenfalls ermittelt. Für den Prozess, der ohne Öffentlichkeit stattfindet, sind zunächst drei Verhandlungstage angesetzt. Rund 30 Zeugen und zwei Sachverständige seien geladen, sagte Gerichtssprecher Hartmut Meyer-Frey. Die Jugendliche, die nicht vorbestraft ist, hat bei einer Verurteilung lediglich eine Geld- oder Arbeitsauflage zu erwarten. „Im Vordergrund steht der Erziehungsgedanke”, sagte Meyer-Frey.
Zunächst hatte die Polizei in Mittweida berichtet, vier Skinheads hätten Anfang November 2007 in Mittweida ein sechsjähriges Mädchen aus einer Aussiedlerfamilie belästigt. Als die 17-Jährige ihr zu Hilfe eilte, hätten sie die Jugendliche angegriffen und ihr ein Hakenkreuz in die Haut geschnitten. Das Mädchen hatte drei Wochen später von sich aus Anzeige erstattet. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen, weil angeblich Nachbarn von ihren Balkonen aus den Vorfall beobachtet hatten, ohne einzuschreiten. Mittweidas Bürgermeister Matthias Damm (CDU) brachte der jungen Frau Blumen, das Bündnis für Demokratie und Toleranz zeichnet sie für ihr Engagement mit einem Ehrenpreis aus.
Nach und nach hegten die Ermittler jedoch Zweifel an der Version. Ein zweites rechtsmedizinischen Gutachten schloss schließlich nicht mehr aus, das sich das Mädchen auch selbst verletzt haben könnte. Die Art der Verletzung deute auf eine Selbstbeibringung hin. Ein Urteil soll voraussichtlich am 7. Oktober fallen. In der Region Mittweida hatte die mittlerweile verbotene Neonazi-Kameradschaft „Sturm 34” jahrelang mit Angriffen auf Ausländer und Andersdenkende für Angst und Schrecken gesorgt.