bei der Lidl-Stiftung am 28. und 31. Juli angerufen hat. Ein Experte habe sich nach dem Vergleich der teils aufgezeichneten Telefonate festgelegt, dass es derselbe Mann wie im Fall Anneli ist, sagte der Heilbronner Kriminaloberkommissar Kurt Hammer gestern vor dem Landgericht Dresden.

Auch Norbert K., mutmaßlicher Komplize bei der Entführung, habe B. als Anrufer identifiziert. Die Männer sind wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt, B. zudem wegen Mordes. Der 40-Jährige und der 62 Jahre alte K. sollen die Unternehmertochter am 13. August 2015 nahe ihres Elternhauses in Robschütz (Landkreis Meißen) verschleppt und von ihrem Vater 1,2 Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. B. verlangte dabei die unmögliche Überweisung per online. Anneli-Marie wurde am Tag darauf im Versteck der Entführer in einem Nachbarort erdrosselt - mit zwei Kabelbindern und einem Spanngurt.

Drei Wochen zuvor hatte der Supermarkterpresser mit präparierten Produkten in Filialen und einer "Ätherbombe" gedroht. Der Konzern sollte ein Offshorekonto in Malta einrichten und nach erfolgter Überweisung eine Anzeige in der "Stuttgarter Zeitung" mit folgendem Wortlaut aufgeben: "Für Onkel Meier alles Gute mit Kontonummer". Als ihm die Dame sagte, dass ihre Firma solche illegalen Transaktionen nicht tätigt, legte er auf - und meldete sich nicht wieder. Nachdem die Heilbronner Ermittler am 18. August zufällig im Radio vom Fall Anneli hörten, kontaktierten sie die Dresdner Kollegen - wegen "der Duplizität der Forderungen" hinsichtlich der Summe und der Modalitäten des Geldtransfers, wie Hammer vor Gericht erklärte.

Auch die Herkunft der Anrufe - von der Telefonzelle an der Raststätte Vogtland-Nord an der Autobahn 72 und einem im Bereich Erlangen eingeloggten Handy mit falscher Identität - passten zu dem Beschuldigten. "Er hat dazu nichts gesagt", schilderte der Kommissar vor Gericht.