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Prozess wegen Mordes an Freiburger Studentin

Blumen erinnern in Freiburg an die ermordete Studentin.
Blumen erinnern in Freiburg an die ermordete Studentin. FOTO: dpa
Freiburg. Knapp elf Monate nach dem Sexualmord an einer Studentin in Freiburg hat vor dem dortigen Landgericht der Prozess gegen einen Flüchtling am Dienstag begonnen. Hussein K. dpa/kr

muss sich wegen Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Vergewaltigung verantworten. Für das Verfahren vor der Jugendkammer des Gerichts sind nach Angaben eines Sprechers 16 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte im Dezember fallen. Gehört werden sollen 45 Zeugen sowie zehn Sachverständige.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, die 19-jährige Studentin im Oktober 2016 angegriffen, gewürgt und vergewaltigt zu haben. Anschließend habe er sie bewusstlos ins Wasser des Flusses Dreisam gelegt, wo sie ertrank. Seine DNA-Spuren wurden am Tatort gefunden. Eigenen Angaben zufolge war er zur Tatzeit erst 17. Altersgutachten kamen hingegen zu dem Ergebnis, dass er damals mindestens 21 Jahre alt war. Die Frage, ob Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht gilt, muss das Gericht klären. Das Jugendstrafrecht unterscheidet sich deutlich vom Strafrecht für Erwachsene. Im Mittelpunkt steht hier die Erziehung und nicht die Bestrafung.

Hussein K. war nach Erkenntnissen deutscher Behörden im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen. Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau 2013 war er in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 aber vorzeitig gegen Auflagen entlassen worden. Kurze Zeit später tauchte er unter und kam als Flüchtling nach Deutschland. Deutsche Behörden wussten nichts von der kriminellen Vorgeschichte, weil der Mann international nicht zur Fahndung ausgeschrieben war.