Die wegen Totschlags angeklagte dreifache Mutter aus Meißen hatte im Mai 2008 am Rande der Bundesstraße 101 bei Frauenhain ihr Kind allein zur Welt gebracht und unversorgt zurückgelassen. Das Frühchen starb an Unterkühlung, ob es bei sofortiger Hilfe überlebt hätte, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe gefordert, die Verteidigung Freispruch.

Vor Strafe bewahrt die Kellnerin, dass ihr Kind ein Frühchen war, dass sie die Schwangerschaft nicht bemerkt hatte, von der Geburt überrascht worden und durch soziale, finanzielle und gesundheitliche Lebensumstände in einer Stresssituation war.

Der Junge maß nur 30 Zentimeter und wog 670 Gramm und hatte zudem eine Infektion, die mindestens Mitauslöser der Anfang des siebten Monats beendeten Schwangerschaft war, wie die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand sagt.

Laut Zeugen war Yvonne W. eine fürsorgliche Mutter, auch nach der schwierigen Trennung vom Vater ihrer beiden Jüngsten.