Die Anwälte der wegen Beihilfe zum Mord angeklagten Tschetschenen sehen die Vorwürfe in keiner Weise erhärtet. Zudem offenbarte das von Militärrichter Jewgeni Subow geführte Verfahren viele Ungereimtheiten und Pannen. Bis zum Schluss der Beweisaufnahme blieb nur eines klar: Täter und Auftraggeber im Mordfall sind weiter auf freiem Fuß. International gesucht wird bis heute der Tschetschene Rustam Machmudow, der Politkowskaja mit Schüssen in Kopf, Oberkörper und Hüfte getötet haben soll. Zwei Millionen Dollar kassierte Machmudow laut einer Zeugenaussage für den Mord. Machmudow, dessen Brüder Ibragim und Dschabrail wegen Beihilfe zum Mord angeklagt sind, soll die Tat im Auftrag eines russischen Politikers sowie mithilfe des Geheimdienstes ausgeführt haben. Doch die Verteidigung wies darauf hin, dass die DNA-Spuren an der Tatwaffe keine Verbindung mit Machmudow oder seiner Familie zuließen. Über Schuld oder Unschuld der Angeklagten sollen nach den Plädoyers Geschworene entscheiden. Danach wird es an Richter Subow sein, sein Urteil zu sprechen. Ulf Mauder