Nach dem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Kremmen (Kreis Oberhavel) kommen zwei Männer vom 27. März an vor das Landgericht Neuruppin. Den 29 und 35 Jahre alten Beschuldigten werden versuchter Mord, versuchte schwere Brandstiftung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Der Jüngere soll in der Nacht zum 15. April 2017 zwei Brandsätze auf das Gelände der Flüchtlingsunterkunft geworfen haben, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Verletzt wurde bei dem Anschlag am Ostersamstag keiner der etwa 70 Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft. Der Wachschutz wurde durch einen lauten Knall aufmerksam und konnte die Flammen auf dem Rasen und einem Gehweg schnell löschen.

Eine DNA-Spur führte die Polizei rund vier Monate später zu dem 29-Jährigen aus Kremmen. Der arbeitslose Mann, der zuvor nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war, wurde nach einer Hausdurchsuchung festgenommen und hat laut Polizei ein Teilgeständnis abgelegt. Zum Motiv habe er keine Angaben gemacht, hieß es. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der 35-Jährige, der die Molotowcocktails mit hergestellt haben soll, wurde etwas später gefasst.

Nach den Festnahmen hatte Brandenburgs Innenstaatssekretärin Katrin Lange die hartnäckige Ermittlungsarbeit der Polizei gewürdigt. Ausländerfeindlich motivierte Täter dürften sich nie sicher sein, mit ihren hinterhältigen Aktionen bei Nacht und Nebel straffrei davonzukommen. Ermittlungserfolge hätten auch abschreckende Wirkung auf potenzielle Nachahmungstäter, meinte sie.

Für den ersten Prozesstag hat das Landgericht Neuruppin bereits vier Zeugen geladen, darunter auch Bewohner des Flüchtlingsheimes. Für das Verfahren sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil werde frühestens am 20. April gesprochen, hieß es. Den Beschuldigten droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe.