Je nach Vermögensverhältnissen wurden Einzelauflagen von bis zu 750 Euro oder bis zu 150 Arbeitsstunden erteilt. Einige der Beschuldigten müssen sowohl Geld bezahlen als auch gemeinnützige Tätigkeiten verrichten.

Nach Gerichtsangaben wird das Verfahren endgültig eingestellt, wenn die Angeklagten die Auflagen erfüllt haben.

Der bisher umfangreichste Prozess am Cottbuser Landgericht gegen damals 18 Angeklagte hatte Anfang Februar 2010 in der Messehalle begonnen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Beschuldigten, die der Gruppierung „Inferno Cottbus“ angehört oder mit dieser sympathisiert haben sollen, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, schweren Hausfriedensbruchs und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angeklagt. Sie sollen am 13. April 2007 bei einem Fußballspiel der Amateurmannschaft des FC Energie Cottbus beim VfB Auerbach gewaltsam in das Stadion eingedrungen sein und randaliert haben. Nach Angaben des vogtländischen Vereins entstand damals ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro.

Die vorläufige Einstellung des Prozesses am Montag erfolgte überraschend nach einem Rechtsgespräch zwischen der Jugendstrafkammer des Landgerichtes, den Anwälten der Angeklagten sowie der Staatsanwaltschaft. Alle Beteiligten stimmten der Verfahrenseinstellung zu. Ohne diese Einigung hätte eine weitere langwierige Beweisaufnahme gedroht.

Die Angeklagten hatten sich vor Gericht nicht zu den Vorwürfen geäußert. Bereits zuvor war der Prozess gegen einen Beschuldigten aus Krankheitsgründen eingestellt worden.

Wolfgang Swat