Der neuerliche Prozess gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König am Amtsgericht Dresden verzögert sich. Das Verfahren solle nicht wie ursprünglich geplant am 10. November, sondern erst am 26. November beginnen, teilte das Amtsgericht Dresden am Dienstag mit. Grund sei ein weiteres Gutachten, zu dessen Auswertung noch Zeit benötigt werde, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft König vor, am 19. Februar 2011 bei Demonstrationen gegen einen Neonazi-Aufmarsch in der Elbmetropole zur Gewalt gegen Polizisten aufgerufen zu haben. König bestreitet das. Der Pfarrer ist wegen schweren Landfriedensbruchs angeklagt. Ein erster Prozess gegen König wurde im Juli 2013 nach sieben Verhandlungstagen ausgesetzt, weil neues Beweismaterial in Form von Videos aufgetaucht war. Das Verfahren war damit erst einmal geplatzt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin hatte die Verteidigung Königs die Verschiebung des Prozessauftaktes beantragt, weil sie mehr Zeit für die Auswertung eines Gutachtens benötigte.

Die "Soligruppe Junge Gemeinde Stadtmitte" aus Jena, die König Beistand gibt, machte dennoch das Gericht für die Verzögerung verantwortlich: "Diese Verschiebung ist dabei allein dem Arbeitstempo der Dresdner Justiz vorzuwerfen", erklärten Königs Unterstützer. Richter Ulrich Stein habe bis November 2013 benötigt, um die erneute Auswertung des Videomaterials in Auftrag zu geben. Erst im August dieses Jahres sei dann der Auftrag für zwei Tonspur-Gutachten erfolgt. "Das ist ein Skandal. Erneut führt die Arbeitsunfähigkeit der Dresdner Justiz zu einer Verzögerung des Prozesses", erklärte Oliver Preuss, Sprecher der Soligruppe.