Dezember am Landgericht Potsdam weiter. Grund ist ein Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Andreas Dielitz. Unter anderem kritisiert die Verteidigung, dass er sich in einem Parallelverfahren abschätzig gegenüber Bandenmitgliedern geäußert und sie als "kriminellen Haufen" bezeichnet habe. Außerdem sei Dielitz nicht mehr unvoreingenommen, weil er in zwei weiteren Verfahren gegen andere Bandenmitglieder sich bereits eine Meinung gebildet habe, erklärte ein Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft wies den Antrag zurück. Das Gericht prüft jetzt die Vorbehalte.

Dem 45-jährigen mutmaßlichen Banden-Chef und seinen Komplizen werden unter anderem gewerbsmäßiger Betrug, Bildung einer kriminellen Vereinigung und bandenmäßiger Schmuggel vorgeworfen. Die Bande soll für weit mehr als 21 Millionen Euro gefälschte Potenz- und Schlankheitsmittel im Internet verkauft haben. Das Gericht hat bereits einige Täter verurteilt, andere müssen sich in weiteren Prozessen verantworten. Der mutmaßliche Bandenchef hatte sich im April 2011 ins Ausland abgesetzt. Fahnder spürten ihn jedoch in Uruguay auf.