Institutionen ein wichtiger und auch ausschlaggebender Standortfaktor“ . Der Protest gegen die Sparvorschläge zum Cottbuser Staatstheater und zu den Schließungsplänen zu den Brandenburgischen Kunstsammlungen wächst.
Selbst der Cottbuser SPD-Bundestagsabgeordnete Wilfried Schreck schlägt inzwischen scharfe Töne an. „Solche Gedankenspiele können meiner Ansicht nach nur von Menschen angestellt werden, die weder einen Bezug zur Kunst haben, noch um die Situation vor Ort wissen“ , sagt er. „Wenn die Landesregierung an diesem Vorhaben festhalten will, wird sie mit weiterem Widerstand rechnen müssen.“
Wie berichtet, gibt es in der Landesregierung den konkreten Plan, die Brandenburgischen Kunstsammlungen spätestens bis zum Jahr 2005 aufzulösen und wie das Cottbuser Staatstheater aus der „unmittelbaren Landesverwaltung“ auszugliedern, um Kosten zu sparen. Ein Weiterbetrieb des Staatstheater als GmbH oder als Landesbetrieb sei ja denkbar, hatte Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) gesagt.
Für die Kunstschaffenden ist das aber eher undenkbar. „Ich bin gegen eine GmbH-Gründung“ , sagt etwa Jörg Rohde, der Vorsitzende des Fördervereins des Theaters. Eine privatwirtschaftliche Lösung führe in den Qualitätsruin, zwinge, den Publikumsgeschmack der Mehrheit der Bürger zu befriedigen. Ein Theater habe aber andere Aufgaben, als zum Beispiel die Kastelruter Spatzen auftreten zu lassen.
Der Geschäftsführende Direktor des Theaters, Steffen Rohr, teilt diese Einschätzung. „Als GmbH wären wir verdammt, noch mehr auf Kasse zu spielen“ , sagt Rohr, der zudem überzeugt ist: „Eine GmbH wird teurer, weil sie die Kosten für Versicherung oder Wirtschaftsprüfer, die bisher über das Land gedeckt sind, selbst tragen muss.“
Für die Cottbuser Oberbürgermeisterin Karin Rätzel sind derartige Überlegungen eher zweitrangig. „Wenn sich das Land auch nur zum Teil aus der Finanzierung einer dieser beiden Einrichtungen herauszieht, werden wir das nicht kompensieren können“ , macht sie unmissverständlich klar und setzt „auf die Zusage mehrerer Landtagsabgeordneter, dass sie vehement dafür kämpfen werden, dass diese Kabinettsvorlage nicht beschlossen wird“ .
Die SPD-Landtagsabgeordnete Heidemarie Konzack hat das gestern in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Cottbuser SPD-Chef Frank Szymanski nochmals bekräftigt. Cottbus habe schließlich mit dem Erwerb und den finanziellen Voraussetzungen für den Umbau des Dieselkraftwerks alle Wege geebnet, um den Kunstsammlungen eine langfristige Perspektive zu geben, sagt auch Martina Münch, Fördervereinsmitglied und SPD-Stadtverordnete. Und Fördervereins-Chef Heinz Nagler untermauert noch einmal: „Wer nicht begreift, dass Kultur eine Investition in die Zukunft ist, der tut mir leid.“