Am Sonntagmorgen drangen Demonstranten in das Bürohaus in der Hamburger Hafencity ein, in dem das Honorarkonsulat Syriens seinen Sitz hat. Sie schlugen mehrere Fensterscheiben ein.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) kritisierte die Proteste mit scharfen Worten. Übergriffe auf Botschaften und Konsulate seien nicht hinnehmbar und würden mit aller Konsequenz verfolgt, erklärte er nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amts am Sonntag. Westerwelle habe wegen des Vorfalls mit Berlins Innensena tor Erhart Körting (SPD) telefoniert, hieß es weiter. Beide seien sich einig gewesen, dass alles getan werden müsse, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholten.

Botschaft gestürmt

Am späten Samstagabend waren zwei Gruppen Demonstranten aus verschiedenen Richtungen auf die Botschaft in Berlin zugestürmt. 24 Teilnehmer kletterten über den Zaun, brachen das Eingangstor auf und drangen in das Gebäude ein. 30 weitere Personen hielten sich vor der Botschaft auf. Die Polizeibeamten konnten die Eindringlinge den Angaben zufolge davon überzeugen, das Gelände friedlich wieder zu verlassen. Ein Mann wurde vorübergehend festgenommen. Der 34-Jährige hatte laut Polizei kurzzeitig die syrische Fahne der Botschaft in seinem Besitz gebracht. Kurze Zeit später wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Auch die Eingangstür zur Botschaft wurde beschädigt.

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Insgesamt wurden 58 Personen überprüft. Es wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz sowie wegen Landfriedensbruchs und wegen der Verletzung von Flaggen ausländischer Staaten eingeleitet.

In Hamburg hatten 30 Menschen am frühen Sonntagmorgen vor dem Bürohaus in der Hamburger Hafencity arabische Parolen skandiert, Transparente hochgehalten und Parolen an die Fenster und auf den Boden gesprüht. Vier von ihnen drangen laut Polizei gewaltsam in das Gebäude ein und schlugen Fenster ein. Die eigentlichen Konsulatsräume wurden nicht betreten.

Vier Menschen wurden vorläufig festgenommen. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Die Polizei geht in beiden Fällen davon aus, dass die Proteste im Zusammenhang mit der Ermordung des kurdischen Oppositionsführer Maschaal Tammo stehen. Er war am Freitag von vermummten Bewaffneten in seiner Wohnung in Kamischli im Nordosten Syriens getötet worden. Syrische Sicherheitskräfte hatten am Samstag auf Zehntausende Trauernde geschossen, die sich zur Beisetzung Tammos versammelt hatten.