Präsident Asif Ali Zardari signalisierte inzwischen Kompromissbereitschaft gegenüber der Opposition, wie pakistanische Fernsehsender berichteten. Mehr als 1000 Menschen wurden bereits festgenommen. Am Freitag ging die Polizei wieder gewaltsam gegen Demonstranten vor. In weiten Landesteilen wurden Versammlungsverbote verhängt. Derweil gehen die von Anwälten angeführten Proteste weiter. "Die Art, wie unsere Anwälte zusammengeschlagen und verhaftet wurden, hat uns bewogen, unseren Kampf zu intensivieren", sagte der Chef des Obersten Gerichts von Belutschistan, Ali Ahmed Kurd. Juristen hatten am Donnerstag mit einem "langen Marsch" auf Islamabad begonnen, um die Wiedereinsetzung der höchsten Richter zu erreichen, die im Herbst 2007 vom damaligen Präsidenten Pervez Musharraf geschasst worden waren. Die pakistanischen Sicherheitsbehörden versuchen mit allen Mitteln, den Sternmarsch in die Hauptstadt zu verhindern. Die Anwälte beschuldigen Staatschef Zardari, aus politischen Gründen an neuen Richtern festzuhalten. Diese hatten vor Kurzem den Führern der Muslim-Liga-N, Nawaz Sharif und seinem Bruder Shabaz Sharif, die Ausübung aller politischen Ämter untersagt und damit die Opposition de facto kaltgestellt. Die Muslim-Liga-N schloss sich daraufhin den Protesten der Juristen an. Berichten zufolge erklärte Zardari sich bereit, den von ihm eingesetzten Gouverneur in der Punjab-Provinz zurückzuziehen und den Posten von der Muslim-Liga-N besetzen zu lassen. Nawaz Sharif fordert aber weiter die Wiedereinsetzung der alten Richter. Zardari ist dagegen, weil er befürchten muss, dass dann alte Verfahren gegen ihn wieder aufgerollt werden. Musharraf hatte ihm Straffreiheit zugesichert. Unterdessen sind bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff in den Stammesgebieten Pakistans nach Angaben örtlicher Behördenvertreter 24 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Raketen seien am Donnerstagabend von einer US-Drohne auf ein Taliban-Camp nahe der Grenze zu Afghanistan abgefeuert worden und hätten zumeist afghanische Kämpfer der Taliban getroffen, sagten Beamte am Freitag. Pakistan hatte den USA schon mehrfach Angriffe auf seinem Gebiet vorgeworfen. epd/AFP/das