Das Protestcamp vor der Semperoper ist Geschichte. Die Teilnehmer leisteten am Dienstagvormittag keinen Widerstand und bauten die Zelte sogar selbst ab. Zuvor waren sie mit einem Eilantrag gegen die von der Stadt Dresden angeordnete Räumung gescheitert.

Am Montagabend war das Camp attackiert worden. Nach einer Kundgebung der islamkritischen Pegida-Bewegung zogen etwa 100 Teilnehmer zum Theaterplatz, um gegen die Aktion der Flüchtlinge und ihrer Sympathisanten zu protestieren. Etwa zwei Dutzend Rechtsextreme versuchten auf den Platz zu stürmen, wurden aber von der Polizei abgedrängt. Politiker von Grünen und Linken kritisierten das Vorgehen der Stadt und die Entscheidung der Verwaltungsrichter: "Das ist definitiv die falsche Entscheidung. Man hätte auf Kommunikation und Kooperation setzen können", sagte Linke-Parteichef Rico Gebhardt.

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen und zunehmender Probleme bei ihrer Unterbringung hat Sachsen eine Stabsstelle Asyl im Innenministerium mit 14 Mitarbeitern eingerichtet. Dort sollen alle Fäden zusammenlaufen, sagte Minister Markus Ulbig (CDU). Die Stelle soll Konzepte zum Ausbau der Kapazitäten für die Erstaufnahme erarbeiten und gemeinsam mit den Kommunen koordinieren. Es gebe einen hohen Zugang an Flüchtlingen, so Ulbig. Demnach hat Sachsen im Februar rund 2100 Flüchtlinge aufgenommen, im Vorjahresmonat waren es knapp 500. Die Plätze in den Erstaufnahmeeinrichtungen wurden seit 2013 von 900 auf 2940 Plätze aufgestockt. Im Blickpunkt Seite 5