Die Fronten zwischen Wolfsbefürwortern und -Gegnern verhärten sich zunehmend. Die jüngsten Wolfsrisse in Papitz bestätigen dabei die Befürchtungen der Landwirte: Sie haben Angst um ihre neugeborenen Kälber, Lämmer und Fohlen.

Mit landesweiten Wolfswachen mobilisiert der Bauernbund seine Anhänger: Am Freitag, dem 9. März, um 18 Uhr treffen sich die Landwirte auf ihren Weiden, um die Neugeborenen zu schützen. Reinhard Jung (Bauernbund): „Natürlich ist das nur symbolisch, niemand kann heute mehr die Hirten bezahlen, um unsere Weidetiere zu bewachen.“

Der Protest richte sich gegen die „Untätigkeit der Landesregierung“ und soll die Forderung nach einer weitgehend wolfsfreien Zone Brandenburg unterstreichen. Reinhard Jung: „Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden. Nur echte Wildnis darf als Schutzgebiet ausgewiesen werden.“

Nach Schätzungen von Experten wächst die Wolfspopulation in Sachsen und Brandenburg jährlich um rund 30 Prozent. Immer mehr Tiere sorgen nach Ansicht der Landwirte dafür, dass auch das Dammwild zunehmend vorsichtiger wird. „Dadurch weicht der Wolf gerne auch auf leicht zu erlegende Käölber aus“, sagt Reinhard Jung, selbst Mutterkuhhalter. Weiterer Nebeneffekt: „Das Dammwild zieht sich aus dem lichten Hochwald zurück und rottet sich in Kulturflächen zusammen – was wiederum Schäden auf den Feldern nach sich zieht.“

Die Wolfswachen finden unter anderem an folgenden Orten statt:

03096 Guhrow (SPN), Radweg von Guhrow nach Werben Höhe Grenzgraben.

03130 Jämlitz (SPN), Ortslage Jämlitz Höhe Gehöft Schulstraße 14.

03205 Craupe (OSL), Ortsausgang Craupe Richtung Klein Meßow links.

04916 Polzen (EE), Ortslage Polzen Wiese hinter der Gaststätte Lindenhof.

Mehr Infos unter www.wolfsfreiezone.de.