Prominente aus Wirtschaft, Kultur und Medien unterstützen die Berliner Bewerbung für die Olympischen Spiele. Sie sind die sogenannten Olympia-Botschafter der Hauptstadt, wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Mittwoch bei der Präsentation der acht Namen sagte. Zu den Prominenten zählen der Schauspieler Dieter Hallervorden, der Sterne-Koch Tim Raue, der Moderator Günther Jauch und der Charité-Chef Max Einhäupl.

Wowereit sprach von einer breiten Unterstützerbewegung, die die Olympia-Diskussion bis zur Volksabstimmung begleiten solle. Auch Innen- und Sportsenator Frank Henkel (CDU) wies auf viele Bereiche der Stadt hin, die hinter der Idee stünden. Kritik kam von der Partei Die Linke.

Bisher stimmt laut Umfragen nur die Hälfte der Berliner einer Olympia-Bewerbung für 2024 und 2028 zu. Bis zu einer Volksabstimmung, deren Termin noch nicht feststeht, will der Senat mit einer großen Werbekampagne mehr Zustimmung erreichen. Am 21. März entscheidet der DOSB, ob er beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit Berlin oder Hamburg ins Rennen geht.

Weitere Olympia-Botschafter sind Universal-Chef Frank Briegmann, die Musikerin Lary, der Unternehmer und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, und die mehrfache Paralympics-Siegerin im Schwimmen, Daniela Schulte.

Hallervorden will live dabei sein

Hallervorden sagte, er wolle endlich mal olympische Wettkämpfe live in der eigenen Stadt erleben. Die Hockey-Olympiasiegerin Natascha Keller berichtete von tollen Erlebnissen und der Euphorie der Sportler bei früheren Spielen.

Unterzeichnet wurde auch eine "Berliner Charta für Olympische und Paralympische Spiele in Berlin". Zu den Unterstützern hier zählen die IHK, die Handwerkskammer, der Landessportbund und die Stiftung Berlin. Die Charta fordert "finanziell verträgliche" Spiele mit den Prinzipien "Transparenz, Partizipation, Nachhaltigkeit, Toleranz und Augenmaß".

Die Sportpolitikerin der Linken, Gabriele Hiller, teilte mit: "Der Senat gaukelt schon jetzt eine Olympia-Euphorie vor, die es nicht gibt." Stattdessen gebe es den vielfachen Wunsch, dass sich der Senat erst einmal den vielen alltäglichen Baustellen in der Stadt widme.

Für leichte Irritationen sorgte Tim Raue mit seinen Äußerungen über die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Er erinnerte sich an begeisterte Geschichten seines Großvaters von 1936 über "Dinge, die man sich nicht vorstellen kann" und die "bahnbrechend waren". Auf Nachfrage der Tageszeitung "Taz", ob man die Spiele 1936 nicht genauer einordnen müsse angesichts der Gewaltherrschaft und Instrumentalisierung durch die Nazis und der Verbote für jüdische Sportler, sagte Raue, von so etwas habe er "keine Ahnung". Er fügte hinzu: "Ich bin kein politischer Mensch, ich bin Koch."