Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin könnten bei der Wiederaufnahme des Programms kurzfristig Lebensmittel und medizinische Güter im Wert von rund neun Milliarden Dollar (8,4 Milliarden Euro) nach Irak geliefert werden. Diese Güter seien genehmigt und durch bereits verkauftes Öl finanziert worden, sagte Außenamtssprecher Walter Lindner in Berlin.
Für das irakische Volk ist das Programm lebensnotwendig: Nach der Niederlage im Golfkrieg 1991 und dem von der Uno verhängten Embargo hatte sich der Lebensstandard in Irak so drastisch verschlechtert, dass die UN-Hilfsorganisationen den Ausbruch einer Hungerkatastrophe befürchteten. Der UN-Sicherheitsrat rief im April 1995 mit der Resolution 986 das Programm Öl für Lebensmittel offiziell ins Leben. Ziel der laut Resolutionstext "zeitweiligen Maßnahme" war es, Irak die Einfuhr von lebenswichtigen Gütern wie Lebensmitteln und Medikamenten zu ermöglichen. Finanziert wurden diese Waren durch den Erlös der von der Uno kontrollierten irakischen Erdöl-Ausfuhren. (dpa/uf)