In den Regionen der Südkaukasusrepublik habe seine Partei Vereinte Nationale Bewegung dagegen viele starke Direktkandidaten, sagte Saakaschwili am Montagabend in Tiflis. Fast die Hälfte der 150 Mandate wird an Direktkandidaten vergeben, so dass die Sitzverteilung zunächst unklar blieb.

Iwanischwilis Bewegung Georgischer Traum kam auf 51 Prozent der Stimmen, wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen unter Berufung auf Wählerbefragungen berichtete. Saakaschwilis Partei habe 41 Prozent erhalten. Damit wäre auf jeden Fall das Machtmonopol des seit 2003 regierenden Staatschefs gebrochen.

Saakaschwili zeigte sich zur Zusammenarbeit bereit. Beide Anführer mahnten zur Ruhe. Die Opposition sprach sogar von einem klaren Wahlsieg mit 67 zu 23 Prozent der Stimmen.

Wegen einer Besonderheit des Wahlrechts muss dies für Iwanischwili aber nicht die Mehrheit im Parlament bedeuten. Das Land werde auf jeden Fall erstmals eine starke Opposition haben, betonten Experten.

Sowohl Saakaschwili als auch Iwanischwili betonen, dass sie einen prowestlichen Kurs beibehalten wollen und eine Mitgliedschaft in EU und Nato anstreben. Die von einem Folterskandal in Gefängnissen überschattete Abstimmung gilt dennoch als Richtungsentscheidung.

Die Wahl werde "die Intensität und den Rhythmus" der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Georgien bestimmen, sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel.

Die USA warnten vor möglicher Gewalt nach der Wahl. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach von einem "Lackmustest" für die Demokratie im Land. Rund 3,6 Millionen Wahlberechtigte waren zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag am späten Nachmittag bei 53 Prozent.