Einen Deich hatte die Landesregierung den Einwohnern von Breese schon lange versprochen. Doch nun kommt heraus: Dass es den Deich noch nicht gibt, liegt nicht nur an Potsdam. Denn wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine "Kleine Anfrage" des Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Dieter Dombrowski hervorgeht, gab es gegen den geplanten Deichbau in Breese 18 Einwände betroffener Bürger und 109 Einwände von Behörden, die im Rahmen des Bauvorhabens geprüft werden mussten.

Im Klartext heißt das: Die Einwohner von Breese haben selbst zu den Verzögerungen beigetragen. Ähnlich äußert sich das Umweltministerium auch zu einem Projekt zum Bau einer Hochwasserschutzanlage bei Brieskow-Finkenheerd an der Oder: "Die vorliegenden Einwände privat Betroffener haben bei diesem Vorhaben zu erheblichen Verzögerungen geführt", heißt es dort. "Die vom Vorhabensträger vorgelegte Planung wurde von nahezu allen Betroffenen abgelehnt." Und während es in Breese immerhin im 3. Quartal 2013 einen Erörterungstermin durch die Planfeststellungsbehörde geben soll, ist in Brieskow-Finkenheerd "ein Abschluss des Verfahrens gegenwärtig nicht abzusehen". Dombrowski indes ist vor allem über die hohe Zahl der Einwendungen aus Behörden empört. "108 Einwendungen von Trägern öffentlicher Belange sind beeindruckend", sagt er. "Das ist vor allem bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie klein die Ortschaft Breese ist."

Das Hauptproblem sei jedoch, dass es im Landesumweltamt nicht genügend Personal gebe. Wenn in der Antwort der Landesregierung stehe, dass "Verfahrensverzögerungen durch die zeitliche Bindung der Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Verbindung mit Hochwasserereignissen" zu verzeichnen seien, sei das beschämend. "2012, als das Verfahren in Breese begonnen wurde, gab es kein Hochwasser", so Dombrowski. "Ich finde, Ministerin Anita Tack macht einfach ihre Arbeit nicht gut: Wenn sie Personalnotstand hat, muss sie es sagen, anstatt es ständig abzustreiten."