,,Nur etwa ein Drittel des Kunstwerks war noch vorhanden", sagte Uta Scholz, Restauratorin für Porzellan und Glas, in der Werkstatt am Neuen Palais. Der Pokal ist ab 1. Mai in der Schau ,,Luise. Die Inselwelt der Königin" auf der Berliner Pfaueninsel zu sehen.

1817 - zehn Jahre nach dem Tod seiner geliebten Frau Luise (1776-1810) - erhält Friedrich Wilhelm III. den Pokal von der königlichen Zechlinerhütte in Brandenburg. Das Besondere an dem Pokal sind eingelassene Bildnisse der königlichen Familie. Die Herstellungsweise war damals eine technische Neuheit: Die aus Porzellan gebrannten Bildnisse wurden so ins Glas eingelassen, dass eine hauchdünne Luftschicht erhalten blieb. Sie gibt dem Ganzen einen besonderen silbrigen Glanz.

Der Pokal stand im Schloss auf der Pfaueninsel. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte er als Kriegsbeute in die Sowjetunion und kam 1958 zurück. Restauratorin Scholz nahm vor einem Jahr das Projekt in Angriff, das sich als schwieriges 3-D-Puzzle erwies. ,,Der Deckel musste neu hergestellt werden", sagt sie. Anderes wurde ergänzt oder es wurden Lücken gelassen. Sie sollen den Betrachter an die Geschichte des Pokals erinnern.