dpa dokumentiert eine Auswahl:

Die britische Zeitung „Daily Telegraph“:

„Die ganze Nation empfand Mitgefühl für Kate und Gerry McCann als sie um die Welt gereist sind, in einem geborgten Privatjet, um Aufmerksamkeit auf ihre verschwundene Tochter zu lenken, die wie ein Engel aussieht, was günstig ist für die Medien. Durch ihre außerordentlichen Anstrengungen ist das ikonenhafte Bild von Madeleine McCann in unser nationales Bewusstsein eingebrannt... Doch hat man wirklich niemals ein gewisses Unbehagen verspürt angesichts ihrer Omnipräsenz in den Zeitungen und im Fernsehen? Kein Aspekt ihrer Trauer blieb privat. Wir haben sie betend in der Kirche gesehen. Und es gab dieses Foto, wie sie Hand in Hand am leeren Strand entlanggehen, das irgendwie an Diana erinnerte, wie sie allein in einem leeren Taj Mahal stand. Und dann war da dieser Anblick von Frau McCann, wie sie das Kuschelspielzeug von Madeleine streichelt. War das nun, um Trost zu bekommen oder weil es PR-Berater empfohlen hatten?“

„Stuttgarter Nachrichten“ zu Madeleine:

Das nennt man eine spektakuläre Wende: Die Ermittler stufen Kate McCann, die Mutter der verschwundenen Madeleine, als Verdächtige ein. Und bald womöglich auch Vater Gerry McCann. Viele fragen sich: Haben sie es getan? Die bloße Vorstellung erscheint monströs angesichts der Inbrunst, mit der Madeleines Eltern um Verschonung ihrer Tochter flehten. Die Weltliga der Prominenz rief zur Mithilfe auf. Politiker ließen sich einspannen. Sogar der Papst wurde Teil der globalen PR-Offensive zur Rettung eines Kindes. Wie generalstabsmäßig die Familie McCann alles vorbereitete, erregte früh Verdacht. Zu Recht? Es bleibt dabei: Die McCanns sind Opfer bis zum Beweis des Gegenteils.

Das „Obermain-Tagblatt“ (Lichtenfels):

Die Menschen möchten an das Gute glauben dürfen, aber ein Fall wie dieser erschüttert sie in ihren seelischen Grundfesten: Da ruft eine Mutter mit Tränen in den Augen dazu auf, ihr zu helfen, die vermisste dreijährige Tochter zu finden. Doch nach einer beispiellosen Such-und Medienkampagne plötzlich der Schock: Ein unfassbarer Verdacht richtet sich gegen Mutter Kate McCann: Hat die Ärztin der Kleinen ein Schlafmittel verabreicht, damit sie mit ihrem Mann sorglos in einer Bar am portugiesischen Urlaubsort die Nacht durchfeiern konnte ­ und dabei eine Überdosis erwischt? Nie zuvor hat das Schicksal eines Kindes die Welt so tief bewegt.

Der „Schwarzwälder Bote“ (Oberndorf):

Könnte es sein, dass die McCanns die ganze Welt, die Mitfühlenden in vielen Ländern, ja sogar den Papst an der Nase herumgeführt haben? Hinter vorgehaltener Hand wurde längst darüber gerätselt, ob Madeleines Eltern wirklich nicht wissen, was mit ihrem Kind geschehen ist. Angesichts des zur Schau gestellten Leids der McCanns traute sich nur keiner, das laut zu sagen. Jetzt ist die Mutter “verdächtig„, der Fall Maddie hat sich gedreht ­ so oder so, wir alle spüren einen Schauder des Entsetzens.

Die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine (Kassel):

Im aktuellen Fall scheint kein Wort groß genug. Wenn es wirklich stimmen sollte, dass die Eltern von Madeleine nicht nur am Tod ihrer Tochter schuld sind, sondern die ganze Welt mitsamt dem Papst an der Nase herum geführt haben, dann fehlen eigentlich die Worte. Letztlich kann dann nur psychologischer Sachverstand erklären, wie eine Mutter und wahrscheinlich auch ein Vater zu so perfiden Schauspielkünsten in der Lage sein können. Wir haben mit den Eltern gebangt und vielleicht gebetet, auch wenn uns der Fall von Anbeginn irgendwie merkwürdig vorkam. Vielen war auch der Presserummel, den die McCanns veranstaltet haben, unsympathisch. Aber die Hoffnung war, dass er dabei helfen könnte, die süße Madeleine zu finden. Wenn das alles nur ein Trick war, um ein Verbrechen zu vertuschen - das wäre in der Tat unfassbar. ...