Schon seine Gründung im Jahre 2004 stellte eine Innovation dar, gab es doch deutschlandweit kaum etwas Vergleichbares. "Begonnen haben wir mit vier Stationen, ein Jahr später waren es bereits zwölf, heute sind es 34", erklärt Inhaber Falk Schwaar. Die Idee ist recht einfach: Ein Netz von Vermietstationen soll es Touristen, aber auch Einheimischen ermöglichen, sich per Fahrrad durch die Region zu bewegen, ohne einen eigenen "Drahtesel" mitführen zu müssen. Und wie es wirklich innovative Ideen so an sich haben, beschränkte sich der Service bald nicht mehr auf einen begrenzten Umkreis, sondern wuchs darüber hinaus: Heute finden sich Partnerstationen unter anderem in Meißen, Dresden, Klingenthal und Berlin. Und da Innovation an Ländergrenzen nicht halt macht, kann man seit einiger Zeit auch in der Tschechischen Republik Fahrräder über den Fahrradpool mieten - an der Neißequell e in Rychnov sowie am Campingplatz Doksy. Und genau dies war für die Juroren Anlass genug, dem Fahrradpool Lausitz den Innovationspreis in der Kategorie "Best Partnership" zu verleihen.
"Von Seiten unserer tschechischen Partner gab es zunächst mehr Bedenken als bei mir", bekennt Falk Schwaar. Fahrraddiebstahl gilt in der Tschechischen Republik nicht als Straftat, sondern nur als Ordnungswidrigkeit. "Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der Schritt über die Grenze richtig war", schätzt er heute ein. Das Angebot wurde rege genutzt, und Probleme traten nicht auf. "Wir haben auch schon Gespräche in Polen geführt", so Falk Schwaar. "Allerdings spielt dort der Radtourismus eine geringere Rolle als in Deutschland oder Tschechien." Das Ziel, auch die polnische Seite in das Angebot einzubeziehen, bleibt jedoch bestehen.
Aber auch auf deutscher Seite ist Falk Schwaar stets für neue Partner offen. "Wir verstehen uns als Dienstleister für Gastronomiebetriebe, die ihren Gästen einen zusätzlichen Service bieten wollen", betont er. Um in den Pool aufgenommen zu werden, müssen die Partner allerdings die strengen Kriterien der Qualitätsmarke "Oberlausitz per Rad" erfüllen. "Wir stellen ihnen dann eine Anzahl von Fahrrädern auf neuestem technischen Stand für die Vermietung zur Verfügung", so Falk Schwaar. Insgesamt verfügt das Unternehmen derzeit über 600 Fahrräder, größtenteils aus der Produktion des in Neukirch ansässigen Herstellers Biria, dessen Schließung für das Jahresende angekündigt wurde. "Wir bedauern dies sehr, da Biria für uns immer ein wichtiger Ideengeber und Partner war", bekennt der Inhaber des Fahrradpools Lausitz. "Existenzbedrohende Auswirkungen auf uns sehen wir allerdings nicht."