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Praktika bremsen Studenten aus

Diese Studenten starten ins erste Semester – auch von ihnen werden viele nicht in der Regelstudienzeit fertig werden.
Diese Studenten starten ins erste Semester – auch von ihnen werden viele nicht in der Regelstudienzeit fertig werden. FOTO: dpa
Dresden/Potsdam. In sechs Semestern schaffen es die wenigsten: Zwei Drittel der Bachelor-Studenten in Brandenburg brauchen bis zum Abschluss viel länger als geplant. In Sachsen sind es nicht viel weniger. Schuld sind Job, Praktikum oder Babys. Christine Keilholz

In Brandenburg hat der Anteil an pünktlichen Absolventen einen Tiefstand erreicht. Gerade einmal 32,1 Prozent, also 2700 junge Leute, schlossen im Jahr 2014 ihr Studium innerhalb der Regelstudienzeit ab. In Sachsen sind es mit knapp 7100 Studenten immerhin 36 Prozent.

Laut Statistischem Bundesamts liegen beide Länder damit am unteren Ende bundesweit. Schlechter sieht's noch in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt aus - mit 31,1 beziehungsweise 30,1 Prozent schaffen hier die wenigstens Studenten ihren Abschluss in der Regelstudienzeit. Die Zahlen betreffen das Prüfungsjahr 2014. Die Gründe für das lange Studieren sind vielschichtig. Nebenjobs und Praktika kosten Zusatzeit, die in eng getakteten Bachelor- und Master-Studiengängen nicht vorgesehen ist.

Studentenvertreter kritisieren seit Langem, dass die Regelstudienzeit als Richtwert für ein erfolgreiches Studium an der Realität vorbei gehe. Sie fordern, die Fristen müssten realen Studienverhältnissen angepasst werden. "Nicht jedes Studium kann uniformiert, einheitlich und gleichgeschaltet verlaufen", heißt es dazu aus dem Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität Potsdam. Die dauern in den meisten Fällen nur höchstens zwei Semester länger. So wurden 2014 schließlich 6300 der insgesamt 8400 Prüflinge in Brandenburg mit einem Jahr Verzug fertig.

Positive Ausnahme sind die Verwaltungsfachhochschulen. Dort halten in Brandenburg 93 Prozent die Fristen ein, in Sachsen sogar 97 Prozent.

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