Die Zahl der sich ins Koma trinkenden Kinder und Jugendlichen ist in Brandenburg leicht gestiegen: 435 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 20 Jahren mussten 2017 mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden - zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Die aktuellen Zahlen zeigten, dass mit der Kampagne „bunt statt blau“ weiter aufgeklärt werden müsse, sagte Anke Gubitz, Leiterin der Landesvertretung der Krankenkasse DAK-Gesundheit in Brandenburg.

80 der jungen Komapatienten waren 2017 zwischen zehn und 15 Jahren alt und damit in einem Alter, in dem sie Alkohol noch gar nicht kaufen dürften. Im Jahr zuvor gab es in dieser Altersklasse nur 66 Fälle. Laut der Statistik waren insgesamt 222 Mädchen unter den Rauschtrinkern.

Die aktuellen Zahlen zeigten, dass mit der Kampagne „bunt statt blau“ weiter aufgeklärt werden müsse, sagte Anke Gubitz, Leiterin der Landesvertretung der Krankenkasse DAK-Gesundheit in Brandenburg. Auch 2019 werde sie fortgesetzt. Das Thema werde dann in den Schulalltag gebracht.

Darüber hinaus sollte die Einhaltung des Jugendschutzes regelmäßig überprüft werden und beispielsweise Werbung für Alkohol verboten werden, betonte Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der brandenburgischen Landesstelle für Suchthilfe.

Wenn Jugendliche aufgrund einer Überdosis Alkohol in ein Krankenhaus eingeliefert werden, zeige das unter anderem, dass der Jugendschutz nicht eingehalten wurde. „Wir wissen, dass auch Minderjährigen trotz entsprechender Jugendschutzmaßnahmen an Tankstellen und in Kiosken Alkohol ausgehändigt wird“, kritisierte Hardeling. Zudem vermittelten positive Werbebotschaften ein falsches Bild vom Alkoholkonsum.

An der Präventionskampagne der DAK nahmen seit 2010 mehr als 95 00 junge Leute teil. Sie gestalten Plakate mit kreativen Botschaften gegen das Rauschtrinken.