"Die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) hat sich nicht zu Wahlen in Simbabwe zu äußern", sagte sein Sprecher gestern am Rande des Treffens in Daressalam dem britischen Sender BBC. "Die Verfassung von Simbabwe kennt keine Begrenzung der Amtszeit", betonte er. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs fand hinter verschlossenen Türen statt.

Kritik hinter den Kulissen
Beobachter gehen davon aus, dass Mugabe wegen der Polizeigewalt gegen die Opposition lediglich hinter den Kulissen scharf kritisiert wird. Möglicherweise werde man ihm aber nahe legen, nicht wie angekündigt für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Die Amtszeit des 83-Jährigen läuft 2008 aus. Die Gipfelteilnehmer wollten außerdem über die Lage im Kongo beraten, wo bei Kämpfen in der vergangenen Woche nach Schätzungen der EU bis zu 600 Menschen ums Leben gekommen sein könnten.
Simbabwes Oppositionschef Morgan Tsvangirai appellierte an die Staaten des südlichen Afrikas, "Diktator" Robert Mugabe zu isolieren. In einem Interview der "Frankfurter Rundschau" forderte er zudem eine Simbabwe-Debatte im UN-Sicherheitsrat.
"Die simbabwische Krise" dürfe nicht immer nur "sporadisch auf den internationalen Radarschirmen" auftauchen. Er könne sich eine Zusammenarbeit mit Mugabes Partei vorstellen, sagte der Chef der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC). "Der einzige Weg zur Lösung der Krise ist ein nationaler Dialog, der zu einer neuen Verfassung und schließlich zu freien und fairen Wahlen führt", sagte Tsvangirai.

Weltweite Proteste
Tsvangirai und mehrere MDC-Mitglieder waren am Mittwoch nach Parteiangaben erneut festgenommen worden. Tsvangirai kam am Abend wieder frei. Tsvangirai war erst vor zwei Wochen inhaftiert und in Polizeihaft schwer misshandelt worden. Das brutale Vorgehen hatte weltweit Proteste ausgelöst.
Angesichts der zunehmenden Unterdrückung in Simbabwe plädiert die Bundesregierung für schärfere EU-Sanktionen gegen das südafrikanische Land. Die EU werde auf deutschen Vorschlag am 4. April über eine Ausweitung der Einreisesperren für hohe simbabwische Offizielle beraten, kündigte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, gestern in Berlin an.
(dpa/cd)